Deutscher Gewerkschaftsbund

25.06.2018
Ausbildung ist Bildung!

DGB-Jugend fordert Bildungsticket für alle

Die Gewerkschaftsjugend Sachsen fordert, bei der Einführung des Bildungstickets auch Auszubildende in die Gruppe der Bezugsberechtigten einzubeziehen. Das Bildungsticket muss ohne Altersbeschränkung an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr im gesamten sächsischen ÖPNV gelten.

Das Bildungsticket steigert die Mobilität sächsischer Auszubildender, Schüler und Schülerinnen und erhöht damit die Chancengleichheit in Bildung und Ausbildung sowie gesellschaftlicher Teilhabe an Kultur, politischer Bildung und im Ehrenamt. Es beendet die Ungerechtigkeit durch unterschiedliche Preise bei den Verkehrsverbünden und fördert den Umstieg vom „Elterntaxi“ und anderem Individualverkehr auf ökologisch nachhaltige Verkehrsmittel. Laut unserem Ausbildungsreport aus dem Jahr 2014 kann die Hälfte der Auszubildenden von der eigenen Ausbildungsvergütung nicht selbstständig leben. 85,2 Prozent der Auszubildenden haben Kosten im unmittelbaren Zusammenhang mit ihrer Ausbildung. Fahrtkosten nehmen dabei mit 73% den größten Anteil der Ausgaben ein.

Damit für das Bildungsticket tatsächlich ein Anreiz geschaffen wird, darf es deshalb einkommensunabhängig nicht mehr als 10 Euro im Monat kosten. Das ist auch für Azubis leistbar, die in ihrer Ausbildung wenig verdienen oder auf BAföG angewiesen sind. So verdienen Azubis im Friseurhandwerk im Durchschnitt 269 Euro im Monat und sind Erzieherinnen und Erzieher während ihrer fünfjährigen Ausbildung auf BAföG angewiesen. Auch diese Auszubildenden müssen das Ticket nutzen können. Das Bildungsticket muss außerdem alle Ausbildungsformen umfassen (duale Ausbildung, schulische Ausbildung, berufsvorbereitende Maßnahmen, Freiwilligendienste, Menschen im Referendariat).

Die Einführung eines umfassenden Bildungstickets würde einen wichtigen Beitrag zur Aufwertung der beruflichen Bildung leisten, die wir als notwendig erachten. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sollten wir es jungen Menschen leicht machen, sich für eine Ausbildung in Sachsen zu entscheiden. Für die Auszubildenden, aber auch für die Arbeitgeber wird sich die erhöhte Mobilität auszahlen. Als Gewerkschaftsjugend fordern wir deshalb auch die Arbeitgeber auf, sich angemessen an der Finanzierung des Bildungstickets zu beteiligen. Vor allem diejenigen, die durch dessen Einführung Geld sparen (z.B. weil in Tarifverträgen die Übernahme der Fahrtkosten zur Berufsschule geregelt ist). Wir prüfen, in welchen Bereichen eine Übernahme der Kosten für das Bildungsticket in Tarifverhandlungen aufgenommen werden kann.   

Zweifelsohne muss ein umfassendes Bildungsticket zukünftig auch Studierende einbeziehen. Sollten die Studierenden zu einer gemeinsamen Position finden, wird die DGB-Jugend diese unterstützen.

Hintergrund:

„Wir sind uns einig in dem Ziel der Einführung eines einheitlichen, sachsenweit gültigen und kostengünstigen Bildungstickets, das Schülerinnen, Schülern und Auszubildenden über den Schulweg hinaus die Nutzung des ÖPNV über das gesamte Jahr ermöglicht.“ (Vereinbarung im sächsischen Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD).

Download hier:


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