Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 11/17 - 01.05.2017

23.000 feiern den 1. Mai in Sachsen unter dem Motto: „Wir sind viele. Wir sind eins“

An den Veranstaltungen des DGB in Sachsen haben sich rund 23.000 Menschen beteiligt.

Die sächsische DGB-Vorsitzende Iris Kloppich hat auf der Maikundgebung in Dresden den Anspruch der Gewerkschaften unterstrichen, „notwendige gesellschaftliche Veränderungen zu gestalten“. „Große Herausforderungen wie Globalisierung, Digitalisierung oder demografischer Wandel werden die Arbeitswelt verändern. Darauf müssen neue Antworten gefunden werden. Für uns als Gewerkschaften heißt die Basis: soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt.“

Angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl nannte die sächsische DGB-Chefin als wichtigste Aufgaben, „die sozialen Abstiegsängste vieler Menschen ernst zu nehmen und entschlossen dagegen vorzugehen“. „Die Spaltung in arm und reich wird immer offensichtlicher. Eine neue Steuerpolitik ist nötig, die niedrige und mittlere Einkommen entlastet. Die gesetzliche Rente muss stabilisiert werden. Das Rentenniveau darf nicht weiter fallen, sondern muss auf 48 % stabil gehalten werden und mittelfristig auf 50 % steigen. Altersarmut darf es in einem reichen Land wie Deutschland nicht geben.“

Der Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, Olivier Höbel, sagte auf der Mai-Kundgebung in Leipzig „Wir wollen guten Lohn für gute Arbeit! Tarifverträge schützen und nutzen nicht nur den Arbeitnehmern, sondern schaffen für die Arbeitgeber klare Wettbewerbsregeln. Wir fordern die Politik auf, die Tarifautonomie zu stärken für bessere Löhne, mehr Kaufkraft und gerechte Wettbewerbsbedingungen.“
„Wir werden uns im Wahlkampf zur Bundestagswahl sehr genau ansehen, welche Parteien für arbeitnehmerfreundliche Positionen stehen und welche nicht“.

Der Stellvertretende Vorsitzende des DGB Sachsen, Markus Schlimbach, forderte eine Stärkung der Arbeitslosenversicherung. „Es darf nicht sein, dass ein Viertel der Arbeitslosen direkt in das Hartz IV-System abrutscht. Die Arbeitslosenversicherung muss die Menschen beim Strukturwandel begleiten. Gerade wegen der Digitalisierung brauchen wir mehr Qualifizierung und Weiterbildung für Beschäftigte. Außerdem muss die sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträge abgeschafft werden. Das ist pure Willkür auf dem Rücken, vor allem junger Menschen.“ sagte Schlimbach.

 


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