Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 13/15 - 01.05.2015

Die Zukunft der Arbeit gestalten wir! - 25.000 Teilnehmer bei DGB-Maiveranstaltungen in Sachsen

Rund um den 1. Mai haben sich 2015 in Sachsen 25.000 Menschen an den DGB-Maiveranstaltungen unter dem Motto „Die  Zukunft der Arbeit gestalten wir!“ beteiligt.

Die sächsische DGB-Vorsitzende Iris Kloppich bezeichnete in Zwickau die Einführung des Mindestlohnes als eine Erfolgsgeschichte. „Die Horrormeldungen, die es vor Einführung des Mindestlohnes gegeben hat, haben sich nicht bewahrheitet. Es gab keine massenhaften Entlassungen, die Preise sind kaum gestiegen und endlich gibt es wieder eine ordentliche Aufzeichnung von Arbeitszeiten. Der jahrelange gewerkschaftliche Kampf um den Mindestlohn hat sich gelohnt“, so die sächsische DGB-Chefin Iris Kloppich weiter.

Für die Zukunft nannte Frau Kloppich als größte Herausforderung die Gestaltung einer sich wandelnden Arbeitswelt: „Arbeit verändert sich heute in einem ungeahnten Ausmaß. Flexible, digitale Arbeit muss geregelt werden. Der Mensch darf nicht nur für die Technik da sein. Wir wollen deshalb eine Humanisierungsdebatte und eine Anti-Stress-Politik.“, forderte Frau Kloppich.

Weiterhin mahnte die DGB-Chefin als wichtigste Aufgabe für Sachsen an, das Niedriglohnimage abzustreifen. „Der Mindestlohn bedeutet den untersten Standard. Unser Standard sind Tarifverträge und die entsprechenden Löhne und Gehälter. Wir erwarten von der neuen Sächsischen Staatsregierung von CDU und SPD, dass sie ihr versprechen umsetzt und sich dafür einsetzt, dass Tarifverträge gestärkt werden und mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer davon profitieren. Gute Arbeit gibt es nur mit Tarifvertrag“, so Frau Kloppich.

Der stellvertretende DGB-Vorsitzende Markus Schlimbach forderte auf der Kundgebung in Weißwasser zur Energiewende: „Die Energiewende kann nur mit und nicht gegen die Beschäftigten gelingen. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer brauchen eine sichere Perspektive für ihre Zukunft. Die Braunkohleabgabe gefährdet tausende Arbeitsplätze in der Lausitz. Hier muss die Bundesregierung realitätsnahe Ziele formulieren, sonst gibt es einen Kahlschlag mit ungeahnten sozialen Folgen für die Region.“

In Leipzig sprach der Bundesvorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft Alexander Kirchner und forderte einen Politikwechsel für die Zukunft des Schienenverkehrs. „Wir fordern für den Verkehrsträger Schiene eine klare politische Strategie, die an den Herausforderungen der Zukunft ausgerichtet ist. Wir werden nicht tatenlos zuschauen, dass die Eisenbahnen aufs Abstellgleis gefahren werden. Wir kämpfen für das System Schiene und damit um jeden Arbeitsplatz“, so Kirchner

Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, rief auf der Mai-Kundgebung in Dresden dazu auf, mit den richtigen Mitteln auf die Erfolge der Rechtspopulisten in Deutschland zu reagieren. „Wer die Pegida-Bewegung eindämmen will, der muss in den Sozialstaat investieren. Es gibt eine tiefe Unzufriedenheit vieler Menschen mit den sozialen Verhältnissen – und wer dem Rechtspopulismus den Nährboden entziehen will, der muss diese Verhältnisse ändern“, sagte Urban.

Der stellvertretende Regionalleiter der IG BAU Mirko Hawighorst verlangte in Chemnitz vor dem Hintergrund der laufenden Tarifrunde im Gebäudereinigerhandwerk ein Ende der Blockadehaltung der Arbeitgeber: „Mindestlohn ist gut, aber Tariflohn ist besser“.

In Bautzen sprach der IG Metall Bezirksleiter Olivier Höbel: „Trotz Beschäftigungsaufbau hat die Arbeitsmarktpolitik viele Unsicherheiten produziert und nachhaltige Verwerfungen in der Arbeitswelt hinterlassen. Leiharbeit, Werkverträge und prekäre Beschäftigung erfordern die politische Einmischung der Gewerkschaften. Auch die aktuellen politischen Herausforderungen müssen für ein faires und solidarisches Zusammenleben der Menschen aktiv gestaltet werden.“

Die neue GEW Landesvorsitzende Uschi Kruse kritisierte in Annaberg-Buchholz die Blockade-Haltung der kommunalen Arbeitgeber bei den laufenden Tarifverhandlungen zur Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe: „Die Arbeitgeber glauben offenbar, sie könnten diese Tarifrunde auf dem Rücken der Kinder und ihrer Eltern einfach aussitzen. Sobald die Urabstimmung abgeschlossen ist, haben sie es jederzeit in der Hand, mit der Vorlage eines verhandlungsfähigen Angebots den bevorstehenden Streik zu beenden oder womöglich noch zu vermeiden. Wer in Sonntags-Reden ständig die große gesellschaftliche Bedeutung frühkindlicher Bildung, der Inklusion von Menschen mit Behinderung und von hochwertiger sozialer Arbeit betont, muss den Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst dann auch die überfällige finanzielle Aufwertung ihrer verantwortungsvollen Arbeit zugestehen.“

In Freiberg geißelte der Landesvorsitzende der GdP Sachsen Hagen Husgen wiederholt die Polizeireform der sächsischen Staatsregierung mit dem hohen Stellenabbau und mangelnder Ausrüstung.


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