Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 27/17 - 16.12.2017
8. DGB-Bezirkskonferenz Leipzig

Ministerpräsident Kretschmer sagt Siemens-Beschäftigten Unterstützung zu

Sachsens neuer Ministerpräsident Michael Kretschmer hat den Beschäftigten der von Schließung bedrohten Werke des Siemens-Konzerns in Leipzig und Görlitz die Unterstützung der Landesregierung zugesagt. Er sei schockiert darüber, wie mit den Mitarbeitern an den beiden sächsischen Standorten umgegangen werde. „Das lassen wir uns nicht bieten“, sagte Kretschmer auf einer Bezirkskonferenz des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) am Samstag in Leipzig. Wenn Siemens den Beschäftigten die Chance gebe, gemeinsam durch die Krise zu kommen, so wäre das verantwortungsvolles Handeln. „Die Tarifpartnerschaft darf nicht aufs Spiel gesetzt werden, aber genau das passiert gerade bei Siemens.“

Kretschmer dankte der langjährigen DGB-Bezirksvorsitzenden Iris Kloppich für ihre erfolgreiche Arbeit. „Sie hat sich mit großer Leidenschaft und Sachverstand eingebracht. Sie hat sich eingemischt und gesellschaftliche Debatten angestoßen. Dafür möchte ich ihr danken“, sagte der Ministerpräsident. Er kündigte regelmäßige Treffen mit dem DGB und dessen Einzelgewerkschaften an. Er wolle mit den Gewerkschaften im Gespräch bleiben.

Zugleich erklärte der CDU-Politiker, es setze auch in Zukunft auf eine gute Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften. Es habe in der Vergangenheit schon viele Beispiele von guter Zusammenarbeit zwischen Politik und Gewerkschaften gegeben, die auch zum Erhalt von Arbeitsplätzen geführt hätten. Mit der Digitalisierung kämen jedoch neue Herausforderungen auf alle zu. Auch die Arbeitnehmervertretungen hätten dabei eine große Verantwortung für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Dafür sei ein großes Maß an Flexibilität notwendig.

Für ihn bedeute das auch, dass zum Beispiel über neue Arbeitszeitmodelle diskutiert werden müsse. Nicht mehr die tägliche Arbeitszeit sei entscheidend, vielmehr müsse darüber gesprochen werden, wie die Wochenarbeitszeit organisiert werde. Markus Schlimbach, der sich im weiteren Verlauf der Konferenz zur Wahl als neuer Bezirksvorsitzender stellt, kündigte an, dass in dieser Frage sicher keinen Konsens mit den Gewerkschaften geben werde.

 

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