Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 40/14 - 14.10.2014

DGB Sachsen: Qualität der Ausbildung muss gesteigert werden, statt Jugendli-che für dumm zu erklären

Der DGB Sachsen warnte angesichts der heute veröffentlichten Zahlen zu den Prüfungsergebnissen der Auszubildenden vor einseitigen Schuldzuweisungen an die Jugendlichen.

„Die hohen Durchfaller-Quoten im sächsischen Handwerk weisen auf deutliche Mängel in der Qualität der Ausbildung hin“, sagte André Schnabel, Berufsausbildungsexperte vom Deutschen Gewerkschaftsbund in Sachsen. „Wenn jeder fünfte Jugendliche, in Leipzig sogar jeder vierte, durch die Prüfung rasselt, dann stimmt in diesen Betrieben etwas nicht mit der Ausbildung. Die Schuld daran allein bei den Jugendlichen zu suchen ist unfair und wird für die Zukunft zu keinen Verbesserungen führen. Eines muss allen klar sein, die Zeit des Rosinenpickens ist vorbei. Die Betriebe müssen mit den Jugendlichen zurechtkommen, die da sind. Viele Betriebe müssen sich ernsthaft Gedanken machen, wie sie ihre Ausbildung gestalten. Dazu gehört in erster Linie gut ausgebildetes Ausbildungspersonal, das den Jugendlichen auch zur Seite steht. Einmal die Ausbildereignungsprüfung absolvieren und dann 20 Jahre lang nicht mehr weiterqualifizieren, reicht definitiv nicht aus. Die Azubis im Betrieb einfach so mitlaufen lassen, ist auch keine Ausbildung“, sagte Schnabel.

Der DGB verweist darauf, dass es in den Betrieben seit Jahren zunehmend weniger hauptberufliche Ausbilder/innen gibt und diese Aufgabe oft von Vorarbeitern oder Meistern nebenbei durchgeführt wird. Diesen fehlt aber oftmals die Zeit, sich ausreichend um den Nachwuchs zu kümmern.

Im Ausbildungsreport der DGB-Jugend, einer Befragung von Auszubildenden, gibt rund ein Drittel der befragten Azubis an, dass ihr Ausbilder wenig oder gar keine Zeit für sie hat.

„Einseitige Schuldzuweisungen bringen uns nicht weiter. Wir müssen die Probleme in den Ausbildungsbetrieben anpacken, um den Jugendlichen einen guten Start ins Berufsleben zu garantieren. Gleichzeitig steht die Qualität der dualen Berufsausbildung auf dem Prüfstand“, sagte André Schnabel.


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