Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 11/2018 - 04.05.2018

Schwerbehinderte haben schlechte Chancen in sächsischen Unternehmen

In Sachsen machen schwerbehinderte Menschen nur 4,1 Prozent aller Beschäftigten aus (private Arbeitgeber: 3,4%; öffentliche Arbeitgeber: 6,2%). Damit liegt das Bundesland deutlich unter der gesetzlich vorgeschriebenen Quote von fünf Prozent schwerbehinderter Beschäftigter, bei den privaten Arbeitgebern sogar auf dem vorletzten Platz in Deutschland. Von den 7.846 Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern in Sachsen hatte sogar jedes vierte Unternehmen (2.101) keinen einzigen schwerbehinderten Beschäftigten.

Der sächsische DGB-Vorsitzende Markus Schlimbach forderte anlässlich des europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai die Wirtschaft auf, mehr für die Integration behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt zu machen:

„Menschen mit Behinderung sind häufiger und länger arbeitslos als nichtbehinderte Menschen - obwohl sie im Durchschnitt über bessere Bildungsabschlüsse verfügen. Außerdem sind sie mindestens so engagiert und loyal wie Menschen ohne Behinderung. Das sollten Unternehmen berücksichtigen, die über Fachkräftemangel klagen. Bei der Ausbildung oder Beschäftigung von Menschen mit Behinderung können die Arbeitgeber auf vielfältige Unterstützungsangebote zurückgreifen: Lohnkostenzuschüsse, kostenlose Ausstattung des Arbeitsplatzes oder Begleitung durch Fachpersonal im Betrieb. Trotzdem sind gerade in Sachsen viele Unternehmen zögerlich.“

Deshalb fordert der DGB stärkere Anreize für Unternehmen, die gesetzliche Beschäftigungspflicht von 5 Prozent ernst zu nehmen. Vor allem jene Arbeitgeber müssen in die Pflicht genommen werden, die überhaupt keine Schwerbehinderten beschäftigen. Die gesetzlich vorgesehene Abgabe für ausbleibende Beschäftigung behinderter Menschen sollte stark angehoben werden (pro fehlendem Arbeitsplatz/Monat):

bei einer Beschäftigungsquote von drei bis weniger als fünf Prozent von 125 auf 250 Euro,
bei einer Beschäftigungsquote von zwei bis weniger als drei Prozent von 220 auf 500 Euro,
bei einer Beschäftigungsquote von weniger als zwei Prozent von 320 auf 750 Euro.


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