Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 05/18 - 16.03.2018
Aktionen in Chemnitz und Dresden

18. März: Equal Pay Day

Equal Pay – Every Day!

Gemeinsam werden Gewerkschafterinnen mit den jeweiligen städtischen Gleichstellungsstellen und anderen regionalen Frauenvereinen am 16.03.2018, 16:00 Uhr, in Chemnitz eine öffentliche Aktion am Roten Turm und am 18.03.2018 in Dresden, 17:00 Uhr, eine Lichtaktion unterhalb der Albertbrücke auf der Altstädter Seite (Elbeflohmarkt), durchführen.

Während der Aktionen verteilen die Gewerkschafterinnen nicht nur die „Skandalblätter“ des DGB mit vielen wertvollen Hinweisen, auch mit Informations-Flyer, Luftballons und kleine Leckereien wollen sie auf den Tag und die immer noch bestehenden Ungerechtigkeiten im Entgelt aufmerksam machen.

In Sachsen ist die Entgeltlücke, so wie in anderen ostdeutschen Ländern auch, deutlich geringer als in den westlichen Bundesländern. Sie beträgt ca. 7 Prozent.  Im Produzierenden Gewerbe liegt der Durchschnittsverdienst 15 Prozent und im Dienstleistungsbereich ca. 6 Prozent niedriger als bei den Männern.

Die Gründe für die niedrigere Entgeltlücke in Sachsen sind im Wesentlichen, dass hier viele Frauen im Öffentlichen Dienst mit höherer Tarifbindung arbeiten, in der freien Wirtschaft schwächere Tarifbindungen und dadurch geringere Gehälter typisch sind, es keine Großkonzerne mit höheren Gehältern und Spitzengehältern in den Toppositionen gibt und mehr Frauen in Führungsfunktionen in mittleren und kleinen Unternehmen tätig sind. Dazu kommt, dass junge Eltern in Sachsen den Berufseinstieg nach Familienphase schneller realisieren.

Außerdem sind viele Frauen in Teilzeit beschäftigt, wo ebenfalls niedrige Löhne üblich sind.

„Dort, wo Gewerkschaften aktiv und Betriebsräte vorhanden sind, ist die Entgeltlücke nachweislich geringer. Tarifverträge und Betriebsräte schützen vor Diskriminierung“, sagt die stellvertretende DGB-Vorsitzende Anne Neuendorf. „Wir brauchen ein Lohngerechtigkeitsgesetz, das verbindliche Vorgaben für alle Betriebe macht. Eine gesetzliche Regelung muss mehr beinhalten als einen individuellen Auskunftsanspruch. Dieses gegenwärtige Instrument ist viel zu schwach, auch weil es nur für Betriebe mit mehr als 200 Beschäftigten gilt.“ erklärt Anne Neuendorf, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bezirk Sachsen.

Hintergrund: Der Equal Pay Day markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der laut Statistischem Bundesamt aktuell 21 Prozent in Deutschland beträgt. Umgerechnet ergeben sich daraus 77 Tage und das Datum des diesjährigen Equal Pay Days am 18.03.2018. 


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Markus Schlimbach

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