Deutscher Gewerkschaftsbund

24.01.2012
Gemeinsam aufstehen! Gemeinsam Flagge zeigen!

Aufruf des DGB Sachsen zum 13. / 18. Februar 2012

Hinweise zum 13. und 18. Februar 2012 in Dresden

Nach der Menschenkette werden vielfältige Aktivitäten zwischen WorldTradeCenter,
Herkuleskeule, Annenkirche und Dippoldiswalder Platz stattfinden.

Nazi-Fackelaufmarsch verhindern!

Am Jahrestag der Luftangriffe auf Dresden im Februar 1945 gedenken wir des Leids der Bombennacht wie auch der Millionen Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen und des Zweiten Weltkriegs. Wir erinnern an die historische Verantwortung, die auch Dresdenerinnen und Dresdener für diese Verbrechen und diesen Krieg tragen, wir erinnern an die vielen mutigen Dresdenerinnen und Dresdener insbesondere aus den Gewerkschaften, die sich der nationalsozialistischen Diktatur widersetzt haben.

Die Erinnerung an die Bombardierung Dresdens am 13.2.1945 missbrauchen Rechtsextreme jedes Jahr von Neuem. Der DGB hat sich seit langem für eine gemeinsame demokratische Gegenwehr über alle Partei- und Organisationsgrenzen hinweg gegen die rechtsextremen Umtriebe eingesetzt. Mit der Menschenkette, die seit 2010 am 13. Februar veranstaltet wird, wird gemeinsam gehandelt und ein wichtiges Bekenntnis für ein verantwortliches Erinnern abgelegt, ein Bekenntnis gegen den Missbrauch unserer Geschichte durch die menschenverachtende rechtsextreme Ideologie.

Zerstörtes Dresden 1945: Blick vom Rathausturm auf die zerstörte Stadt. Im Vordergrund der heutige Pirnaische Platz.

cc | Beyer, G.; Bundesarchiv

Ein Bekenntnis für Frieden und Toleranz, für eine demokratische Stadt, ein Bekenntnis gegen Gewalt, gegen Menschenfeindlichkeit, für das friedliche Zusammenleben aller Menschen brauchen wir besonders am 18.2.2012. Wahrscheinlich werden an diesem Tag wieder Neonazis nach Dresden kommen. Ihnen geht es nicht um die Erinnerung an die Bombennacht. Sie suchen einzig eine Bühne für ihre abstoßende, rassistische und menschenfeindliche Ideologie.

Der DGB ruft deshalb zu einer zentralen friedlichen Demonstration gegen die Umtriebe der Rechtsextremen auf. Die Rechtsextremen sollen uns hören und sehen, um endlich zu begreifen, dass für ihre Umtriebe und ihre Geschichtsverzerrungen, dass für Menschenfeindlichkeit und Hass, dass für Gewalt gegen Andere weder in Dresden noch anderswo ein Platz ist. Der DGB begrüßt den jetzt sichtbaren Willen aller demokratischen Parteien und Organisationen, sich zu einer solchen zentralen Protestdemonstration zusammenzufinden. Der DGB ruft seine Mitglieder und darüber hinaus alle Dresdenerinnen und Dresdener auf, sich den rechtsextremen Aufmärschen deutlich sichtbar und friedlich entgegenzustellen.

Für den DGB ist es selbstverständlich, dass jegliche Art von Protest friedlich und gewaltfrei verlaufen muss. Die Stärke des demokratischen Protests gegen die rechtsextremen Aufmärsche liegt in der Beteiligung möglichst vieler Menschen sowie in der Vielfalt der Formen des friedlichen Protests. Vielfalt innerhalb des friedlichen Engagements ist Ausdruck von Stärke.

Der DGB teilt die Auffassung vieler Dresdenerinnen und Dresdener, dass die Dresdener Erinnerungskultur Veränderung benötigt. In unserer Stadt lebten Opfer und Täter, Menschen, die sich dem nationalsozialistischen Regime widersetzt haben, aus den Reihen der Gewerkschaften, der Kirchen zum Beispiel und Andere, die sich schuldig gemacht haben, sei es, dass sie sich direkt an den nationalsozialistischen Verbrechen, wie der Judenverfolgung, beteiligt oder dass sie sie stillschweigend hingenommen haben. Mit vielen anderen deutschen und europäischen Städten teilt Dresden das schwere Schicksal der Zerstörung. Ruhiges und würdiges Erinnern verlangt von uns, dass wir das schwierige historische Erbe der Stadt annehmen.

Der DGB unterstützt alle Menschen, die sich in unserem Land gegen rassistische, antisemitische und rechtsextreme Einstellungen wenden und sich für Demokratie und Menschenwürde einsetzen. Er ermutigt alle seine Mitglieder und alle Menschen in Sachsen, sich auch über den Februar 2012 hinaus gegen menschenfeindliche und rechtsextreme Ideologien und Aktivitäten zur Wehr zu setzen.

Verlauf Menschenkette 13. Februar 2012

Verlauf Menschenkette 13. Februar 2012

13. 02. 2012 – Menschenkette http://13.februar.dresden.de

  • 17.00 Uhr Auftakt Rathaus, Dr.-Külz-Ring
    Ansprache Oberbürgermeisterin
     
  • 17.30 Uhr Aufbau der Menschenkette
     
  • 18.00 Uhr Schließen der Menschenkette
     
  • 18.15 Uhr Ende der Menschenkette

Nach der Menschenkette werden vielfältige Aktivitäten zwischen WorldTradeCenter,Herkuleskeule, Annenkirche und Dippoldiswalder Platz stattfinden.

Nazi-Fackelaufmarsch verhindern!

18. 02. 2012 – Kundgebung „Mit Mut, Respekt und Toleranz – Dresden bekennt Farbe“

  • 11.00 Uhr Mahnwache / öffentliche DGB- Vorstandssitzung vor dem Volkshaus Dresden, Schützenplatz
    anschl. Demonstration zum Schlossplatz
     
  • 13.00 Uhr zentrale Kundgebung auf dem Schlossplatz
    anschl. Demonstration durch die Innenstadt

Hinweise zum 13. und 18. Februar 2012 in Dresden



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Drei Fragen an Michael Sommer

Zivilgesellschaft stärken, Demokratie vor rechten Übergriffen schützen
DGB | hp
Der 13. Februar ist für die Dresdner ein Tag des Gedenkens – an diesem Tag des Jahres 1945 starben zehntausende Menschen im Feuersturm. Jedes Jahr aufs Neue versuchen Neonazis das Datum für ihre Hass-Propaganda zu missbrauchen. Die Zivilgesellschaft wehrt sich. Der DGB unterstützt den Protest, denn hier geht es darum, die Demokratie zu schützen. Ein Interview mit dem DGB-Vorsitzenden Michael Sommer.
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DGB und BDA: Gemeinsamer Aufruf zu einer bundesweiten Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer rechtsextremistischer Gewalt am Donnerstag, 23. Februar 2012, 12:00 Uhr
orgbe
Der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände rufen gemeinsamen auf, am Donnerstag, den 23.Februar 2012, 12:00 Uhr, für eine Schweigeminute in der Arbeit inne zu halten, um der Opfer rechtsextremistischer Gewalt zu gedenken. Die Schweigeminute findet zeitgleich mit dem zentralen Staatsakt der Verfassungsorgane des Bundes für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt statt.



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für den 18. Februar halten wir weiter unsere Mobilisierung für die Kundgebung und Demonstration der „AG 13. Februar“ aufrecht. Auch wenn derzeit keine Anmeldung aus dem rechten Lager für diesen Tag vorliegt, besteht dafür bis 48 Stunden vorher die Gelegenheit. Auch muss mit spontanen Anmeldungen gerechnet werden. Die Kundgebung „Mit Mut, Respekt und Toleranz – Dresden bekennt Farbe“ der „AG 13. Februar“ beginnt um 13.00 Uhr auf dem Schlossplatz.
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Anlässlich der aktuellen Ereignisse und der Diskussion zum Rechtsterrorismus hat der DGB-Bezirksvorstand Sachsen in seiner Sitzung am 17.11.2011 in Dresden 10 Thesen zur Stärkung der Gesellschaft für Demokratie und Courage gegen Naziterror verabschiedet und auf einem Strategieworkshop der Gewerkschaften am 22.11.2011 ergänzt :
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