Deutscher Gewerkschaftsbund

28.06.2019

Mitbestimmung muss mit Digitalisierung Schritt halten - Betriebs- und Personalräte aus Sachsen beraten in Dresden

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) versteht sich ebenfalls als Minister für Arbeit. Folgerichtig ermutigte er die versammelten Betriebs- und Personalräte: "Seid selbstbewusst. Digitalisierung  der Wirtschaft und Verwaltung findet größere Akzeptanz bei den Beschäftigten, wenn sie mitbestimmen können." Der begonnene Wandel erfordere mehr Mitbestimmung denn je. Die Gestaltung der neuen Arbeitsbedingungen habe nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine soziale Dimension. "Es geht nicht nur um Entgelt, es geht auch darum, dass Digitalisierung den Menschen kürzere Arbeitszeiten bringt und damit mehr Freizeit, in der sie sich entfalten können."

Überdies nannte es Dulig skandalös, dass Sachsen bundesweit Schlusslicht sei, was die Bezahlung nach Tarifverträgen betrifft. "Machen wir Sachsen zum Tarifland, dann kommen auch die Fachkräfte, nach denen die Arbeitgeber so laut rufen", sagte Dulig.

 

Martin Dulig: Digitalisierung hat eine soziale Dimension

Martin Dulig Foto: DGB

Ist das Glas halb voll oder halb leer?, fragte Sachsens DGB-Chef Markus Schlimbach mit Blick auf die Digitalisierung. Die Frage sei noch nicht entschieden, und deshalb müssten Gewerkschaften in Sachsen entschlossen eingreifen. Schlimbach bestätigte Duligs Einschätzung, dass sich mit der Digitaiserung eine neue Qualiät der Mitbestimmung ausbreiten müsse. "Die Mitbestimmung muss mit der Digitalisierung Schritt halten."

"Die Transformation in eine digitale Wirtschaft wird alle Bereiche der Gesellschaft beeinflussen", sagte Schlimbach. Ob in der l>ogistik, im Gesundheits- und Pflegewesen, bei privaten oder Sozialversicherungen, der Post oder der Müllabfuhr - überall wird künftig eine unfassbare Datenmenge erfasst, verarbeitet und ... Was mit den Daten geschieht, müssen die Menschen mitbestimmen, so Schlimbach, in welche Höhen die technische Entwicklung auch führt.

Markus Schlimbach, DGB

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Foto: DGB


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