Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 6 - 18.01.2023

Mindestlohn 12 Euro wirkt. Hunderttausende Beschäftigte in Sachsen mit höheren Stunden- und Monatslöhnen

Wie die neuesten Befragungsergebnisse des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) zeigen, hat ein Großteil der zu Mindestlöhnen beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch die Anhebung des Mindestlohns monatlich mehr Geld in der Tasche.

„Die Unkenrufe einiger Akteure, dass die Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro bei den Beschäftigten nicht ankommen wird, da Arbeitgeber zwar den Stundenlohn erhöhen, gleichzeitig aber die Arbeitszeiten kürzen, werden durch die Studienergebnisse des WSI entkräftet. Der Mindestlohn 12 Euro wirkt und sorgt in Sachsen bei mehreren Hunderttausend Beschäftigten für eine Lohnerhöhung. Das ist angesichts der aktuellen Preissteigerungen enorm wichtig“, sagte die stellvertretende Vorsitzende des DGB Sachsen Daniela Kolbe.

Von der Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro zum 1. Oktober 2022 sollten nach Analysen des WSI in Sachsen fast 500.000 Beschäftigte profitieren. Bundesweit seien es mehr als sechs Millionen Beschäftigte.

„Ernüchternd“ sei laut Kolbe, dass immerhin 8% der bundesweit Befragten angaben, in ihrem Umfeld Verstöße gegen das Mindestlohngesetz festgestellt zu haben. Dies sei laut Kolbe vermutlich nur „die Spitze des Eisbergs“. „Im Sinne der Beschäftigten und der ehrlichen Unternehmen müssen die Kontrollen zur Einhaltung des Mindestlohns dringend ausgebaut werden. Nur mit einer deutlichen Aufstockung des Personals bei der zuständigen Finanzkontrolle Schwarzarbeit sind effektive Kontrollen möglich. Mindestlohnbetrügereien sind keine Kavaliersdelikte“, so Kolbe.

Die Gewerkschaft IG BAU hatte kürzlich eine Verdopplung der „Kontroll-Power“ und somit bundesweit eine Aufstockung um mindestens 16.000 Stellen für Kontrollpersonal bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) gefordert, um den gestiegenen Kontrollbedarf abzudecken.

Gleichzeitig betonte Kolbe, dass der gesetzliche Mindestlohn von 12 Euro nur „die unterste Haltelinie“ sei. „Gute Löhne gibt es nur mit Tarifverträgen und angesichts einer Tarifbindung von lediglich 42% der Beschäftigten, steht Sachsen nicht gut da. Hier müssen die Rahmenbedingungen durch die Einführung einer Tariftreueklausel im Vergabegesetz verbessert werden, damit Tarifverträge auch in Sachsen zur Normalität werden“, sagte Kolbe.

Die Informationen des WSI finden Sie hier:
https://www.boeckler.de/pdf/pm_wsi_2023_01_18.pdf
12 Euro Mindestlohn: Millionen Beschäftigte bekommen mehr Geld - Wirtschaftsdienst


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