Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 33

DGB Sachsen: Mehrheit der Bevölkerung will Beschäftigung ab dem ersten Euro sozial absichern. Jetzt Irrweg der Ausweitung der Minijobs verlassen.

Der Vorsitzende des DGB Sachsen Markus Schlimbach hat anlässlich der heute veröffentlichten Umfrageergebnisse des DGB zur geringfügigen Beschäftigung angemahnt, „den Irrweg der Ausweitung der Minijobs zu verlassen“.

„Die Mehrheit der Bevölkerung unterstützt unsere Forderung, jede Beschäftigung ab dem ersten Euro sozial abzusichern. Die Mehrheit will keine Billigjobs ohne Sozialversicherung, die beruflich in die Sackgasse führen und ein Ticket in die Altersarmut sind“, sagte Schlimbach.

Laut einer Umfrage im Auftrag des DGB Bundesvorstandes sprechen sich 63 Prozent der Befragten dafür aus, dass die Sozialversicherung schon ab dem ersten verdienten Euro greift. Weiter sprechen sich 74 Prozent der Befragten dafür aus, dass Frauen ihre Erwerbstätigkeit erhöhen und sich selbst finanziell absichern.

„Eine Lehre der Corona-Pandemie muss sein, prekäre Beschäftigungsverhältnisse ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld und Krankengeld abzuschaffen. Viele Beschäftigte standen von einem Tag auf den anderen ohne eine echte soziale Absicherung auf der Straße. Darunter viele Frauen. Nun wieder auf Minijobs zu setzen, ist absurd und fahrlässig. Die Ampel muss ihr Vorhaben, Minijobs auszuweiten, stoppen“, so Schlimbach mit Blick auf die heutige Sitzung des Bundestages, in der die Gesetzesänderungen auf der Tagesordnung stehen.

In Sachsen sind zum Stichtag 31.06.2021 nach Daten der Bundesagentur für Arbeit 208.340 Beschäftigte und damit 12 Prozent aller Beschäftigter geringfügig entlohnt beschäftigt. Darunter 135.372 ausschließlich im Minijob und 72.968 im Nebenjob. Der Anteil der Frauen liegt bei allen geringfügig entlohnt Beschäftigten bei 54 Prozent, bei den ausschließlich im Minijob Beschäftigen bei 53 Prozent und bei Minijobs im Nebenjob bei 57 Prozent.

Mit Blick auf die Fachkräfteentwicklung mahnte Schlimbach an, dass mit Billigjobs Fachkräfte weder zu gewinnen noch zu halten seien. „Es ist überfällig, die prekären Minijobs abzuschaffen und die Beschäftigten endlich regulär und mit Tarifvertrag einzustellen“, sagte Schlimbach.

Aktuelle Daten zur geringfügigen Beschäftigung in den Landkreisen und Städten in Sachsen

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