Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 08/12 - 16.02.2012

Ausbildungsbedingungen im Hotel- und Gaststättengewerbe verbessern

DGB Sachsen stellt Ausbildungsreport 2011 vor

Der DGB Sachsen hat den Arbeitgebern in Sachsen bescheinigt, dass sie viel für eine gute Ausbildung von jungen Menschen leisten. „Mehr als zwei Drittel der befragten Auszubildenden in Sachsen sind mit ihrer Ausbildungssituation zufrieden. Im Branchenvergleich zeigen sich jedoch große Unterschiede. Vor allem das Hotel- und Gaststättengewerbe sticht sowohl bei der Ausbildungsqualität als auch bei der Arbeitszeit und bei der Bezahlung negativ hervor“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Markus Schlimbach.

Der Jugendsekretär des DGB Sachsen, Andre Schnabel, stellte auf einer Pressekonferenz Einzelheiten einer Befragung von über 750 Auszubildenden in Sachsen vor. Ein Viertel der Auszubildenden hatte eine Wochenausbildungszeit von über 40 Stunden. In der Hotel- und Gastronomiebranche gaben sogar über 70 % der Befragten an, länger aus 40 Stunden wöchentlich in ihrem Betrieb zu sein. 34,6 % der Auszubildenden leisten regelmäßig Überstunden.

Im Hotel- und Gastronomiegewerbe leisten fast 76 % der Auszubildenden regelmäßig Überstunden. 12,3 % der Auszubildenden haben bereits eine Ausbildung abgebrochen. Die häufigsten Gründe für den Ausbildungsabbruch waren Konflikte mit Ausbildern, persönliche Gründe oder die schlechte Ausbildungsqualität im vorherigen Betrieb.

In Sachsen wurde eine monatliche Ausbildungsvergütung von 492,61 Euro Brutto bezahlt. Dabei spielte besonders die Branche und die Betriebsgröße für die Höhe der Vergütung eine maßgebliche Rolle. Auch hier war das Hotel- und Gaststättengewerbe das Schlusslicht mit 433,67 Euro. Immerhin ein Viertel der Auszubilden beklagte sich darüber, dass sie von ihren Ausbildern nicht korrekt behandelt wurden.

Auszubildende, die um Mitbestimmungsgremien in ihrer Ausbildung wussten, sind insgesamt zufriedener mit ihrer Ausbildung. Eine betriebliche Interessenvertretung, wie z.B. eine Jugend- und Auszubildendenvertretung, hat einen positiven Einfluss auf die Ausbildungsbedingungen im Betrieb. „Vor allem das Hotel- und Gaststättengewerbe muss mehr für eine Verbesserung der Ausbildungsqualität unternehmen, um auch in Zukunft den Fachkräftebedarf der Branche decken zu können. Eine gute Ausbildung ist die beste Werbung für die Brache.“ sagte DGB-Jugendsekretär Andre Schnabel.

Diese Einschätzung unterstrich der Jugendsekretär der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG), Konstantin Kohl: „Ich sehe überhaupt keine Gründe, warum Auszubildende Überstunden und ausbildungsfremde Tätigkeiten leisten sollten. Gerade in Hotel- und Gaststätten werden junge Menschen in der Ausbildung dazu missbraucht, die Arbeit von FacharbeiterInnen zu übernehmen und das auch noch zu unmöglichen Arbeitszeiten. Allen Unternehmern des Hotel- und Gaststättengewerbe ist ausdrücklich geraten, die Ausbildungsrahmenpläne und Arbeitsverträge einzuhalten.“


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Marlis  Dahne

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