Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 1 - 06.01.2022

Niedrige Monatsentgelte sind kein gutes Markenzeichen von Sachsen. Erzgebirge bundesweit beim Anteil der Geringverdiener an der Spitze.

Der sächsische DGB – Vorsitzende Markus Schlimbach mahnte heute in Dresden an, dass niedrige Monatsentgelte kein Markenzeichen von Sachsen sein dürfen. Die heute vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) veröffentlichte Studie zur Beschäftigung in der untersten Entgeltgruppe zeige neben Licht auch viel Schatten und den enormen Handlungsbedarf in Sachsen.

„Der Rückgang des Anteils von Beschäftigten mit niedrigen Monatsentgelten in Ostdeutschland um 10 Prozentpunkte ist ein gutes Signal. Dafür sind vor allem steigende Tariflöhne, die Angleichung der meisten Tariflöhne Ost an West und die Einführung des Mindestlohns die Ursache. Es lohnt sich aber ein genauer Blick und da steht Sachsen nicht gut da. In Sachsen liegt der Anteil der Beschäftigten in der untersten Entgeltgruppe mit 32,6% deutlich höher als in Westdeutschland mit 16,4%. Und das Erzgebirge hat mit einem Anteil von 43,2% bundesweit den negativen Spitzenplatz erreicht“, sagte Schlimbach.

Neben den regionalen Unterschieden spielten weitere Merkmale eine Rolle für die Betroffenheit von niedrigen Löhnen. Das gilt für das Geschlecht, die Qualifikation, das Anforderungsprofil der Tätigkeit, die Branche und die Betriebsgröße.

„Im Gastgewerbe und bei der Leiharbeit sind geringe Monatsentgelte eher die Regel, als die Ausnahme. In Sachsen arbeiten fast 82% der sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten im Gastgewerbe im Niedriglohnbereich. Negativer Spitzenreiter ist auch hier der Erzgebirgskreis mit fast 90%. Es ist skandalös, dass DEHOGA Sachsen nicht bereit war, mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten einen ordentlichen Tarifabschluss zu vereinbaren“, so Schlimbach.

In größeren Betrieben seien niedrige Löhne eher selten anzutreffen. „Das liegt vor allem an der Tarifbindung und den Mitbestimmungsstrukturen. Tarifverträge schützen vor Niedriglöhnen und die Betriebsräte sorgen für eine ordentliche Eingruppierung der Beschäftigten. Tarifverträge und gute Mitbestimmungsstrukturen sind der beste Schutz vor niedrigen Löhnen und müssen in Sachsen flächendeckend in allen Betrieben zur Normalität werden“, sagte Schlimbach.

Weitere Informationen:

Studie des WSI

Kurzinformation des DGB Sachsen:


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