Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 03/11 - 17.01.2011

DGB Sachsen zur Online- Umfrage: Was verdienen Ingenieure und Ingenieurinnen?

Fachkräftemangel hausgemacht

"Die Umfrage unter 11.000 Ingenieuren und Ingenieurinnen offenbart einmal mehr, die deutlich schlechteren Verdienstmöglichkeiten im Osten für qualifizierte Fachkräfte. In Ostdeutschland verdienen Ingenieure und Ingenieurinnen fast ein Viertel weniger als im Westen. Wenn über Fachkräftemangel gejammert wird, dann muss endlich das Lohnniveau im Osten deutlich verbessert werden, sonst wird die Abwanderung weiter anhalten. Sachsen als Ingenieurschmiede Deutschlands muss weg von seinem Niedriglohn-Image. Wer Fachkräfte anlocken und halten will, sollte sich an Tarifverträge halten.", sagte der stellvertretende Vorsitzende des DGB Sachsen, Markus Schlimbach, als Reaktion auf die Befragung der Hans-Böckler-Stiftung.


Online-Umfrage von www.lohnspiegel.de:

Was verdienen Ingenieure und Ingenieurinnen?

Das Bruttomonatseinkommen von Ingenieuren und Ingenieurinnen beträgt ohne Sonderzahlungen auf Basis einer 40-Stunden-Woche durchschnittlich 4.380 Euro. Je nach Fachrichtung variiert dieses Einkommen zwischen 4.836 € bei Elektronik- und Fernemeldeingenieur/innen und 3.709 € bei Bauingenieur/innen (siehe Grafik in der pdf-Version dieser PM; Link unten). Die höchsten Gehälter für Ingenieure werden in Frankfurt/Main gezahlt mit durchschnittlich 4.772 €, gefolgt von Düsseldorf mit 4.754 € und München mit 4.511 €. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage der Internetseite www.lohnspiegel.de, die vom WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird und an der sich rund 11.000 Ingenieure und Ingenieurinnen beteiligt haben. Die Auswertung ist in der aktuellen Ausgabe der WSI-Mitteilungen erschienen.* Die Daten beziehen sich auf acht verschiedene Ingenieur-Berufe und kommen u. a. zu folgenden Ergebnissen:

- Je höher der Abschluss, desto höher der Verdienst. Ingenieur/innen mit Fachhochschulabschluss verdienen im Schnitt 4.228 € brutto, ihre Kolleginnen und Kollegen mit Universitätsabschluss liegen bei 4.493 € und promovierte Ingenieur/innen kommen durchschnittlich auf 5.345 €.

- Berufserfahrung zahlt sich aus. Das Monatseinkommen von Ingenieur/innen mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung beträgt im Schnitt 3.626 €, bei 20 bis 29 Jahren Berufserfahrung steigt es auf rund 5.037 €.

- Frauen verdienen als Ingenieurinnen deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Im Durchschnitt liegt ihr Einkommen rund 17 Prozent unter dem der Männer.

- Zwischen West- und Ostdeutschland besteht ein beträchtliches Einkommensgefälle: Das Ingenieureinkommen in den neuen Bundesländern liegt im Schnitt knapp 23 Prozent niedriger als in den alten Ländern.

- Betriebsgröße zählt. In Betrieben mit unter 100 Beschäftigten beträgt das Monatseinkommen 3.707 €, in Betrieben mit bis zu 500 Beschäftigten klettert es im Durchschnitt bereits auf knapp 4.322 € und in noch größeren Betrieben liegt es im Schnitt bei 4.877 €.

- In tarifgebundenen Betrieben liegt das Monatseinkommen der Ingenieur/innen mit durchschnittlich 4.778 € rund 816 € über dem Gehalt von 3.962 € in nicht tarifgebundenen Betrieben.

Das Projekt „LohnSpiegel“ erhebt und analysiert die Einkommens- und Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in Deutschland. Es ist Bestandteil des internationalen Wage-Indicator-Netzwerks, an dem Projekte aus insgesamt 60 Ländern mit gleicher Zielrichtung beteiligt sind. Die LohnSpiegel-Daten werden im Rahmen einer kontinuierlichen Online-Erhebung ermittelt, an der sich die Besucherinnen und Besucher der Webseite „www.lohnspiegel.de“ freiwillig und anonym beteiligen können. Zurzeit bietet der LohnSpiegel einen Online-Gehalts-Check für rund 280 Berufe.

* R. Bispinck/F. Öz, Was verdienen Ingenieure und Ingenieurinnen? Eine Analyse auf Basis der WSI-Lohnspiegel-Datenbank, in: WSI-Mitteilungen 1/2011, S. 28-33.

Die Pressemitteilung mit Grafik (pdf): http://www.boeckler.de/pdf/pm_ta_2011_01_17.pdf

Ansprechpartner in der Hans Böckler Stiftung

Dr. Reinhard Bispinck
Leiter des WSI-Tarifarchivs
Tel.: 0211-7778-232
E-Mail: Reinhard-Bispinck@boeckler.de




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