Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 02/13 - 25.01.2013

DGB: Über 42.800 Jugendliche sind in Sachsen auf Hartz IV angewiesen

Im September 2012 waren in Sachsen 42.843 Jugendliche im Alter von 15 bis 24 Jahren auf Hartz IV angewiesen. Jugendarmut in Sachsen ist keine gesellschaftliche Randerscheinung. 11,7 Prozent aller in Sachsen lebenden Jugendlichen sind direkt von Armut betroffen. „Diese jungen Menschen erfahren die gesellschaftliche Spaltung bereits in jungen Jahren, in dem sie in Verzicht aufwachsen und ein höheres Risiko für eine mehrfache Benachteiligung haben“, so die Vorsitzende des DGB-Sachsen, Iris Kloppich.

Die Hartz IV-Regelsätze sind in den letzten Jahren deutlich hinter der Preissteigerungsrate zurück geblieben und können auch für Jugendliche das gesellschaftliche Existenzminimum nicht sicher stellen. „Diese Jugendlichen erleben, dass das Geld in der Familie fehlt, Arbeitslosigkeit und niedriges Erwerbseinkommen ihrer Eltern sowie oftmals schlechtere Wohnverhältnisse und schlechtere Chancen im Ausbildungssystem und in der Arbeitswelt. Hinzu kommt, dass sich Einkommensarmut auch verstärkt negativ auf die Gesundheit auswirken kann“ so Kloppich weiter.

Nicht mal ein Viertel (10.609) der auf Hartz IV angewiesenen Jugendlichen ist arbeitslos gemeldet. Weitere 5.144 nahmen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil. Die weit überwiegende Mehrzahl (62%) der hilfebedürftigen Jugendlichen besucht noch die Schule, war in Ausbildung, erwerbstätig oder betreute ihre Kinder unter 3 Jahren.

Hilfebedürftigkeit bei jungen Menschen hat viele Ursachen. Besonders auffallend ist, dass dabei meist nicht die eigene Arbeitslosigkeit zur Bedürftigkeit führt, sondern die Gründe vielmehr in den begleitenden familiären Lebensumständen liegen. Die Mehrzahl der als nicht arbeitslos registrierten jungen Menschen gehen noch zur Schule gehen oder eine Ausbildung machen. Da sie oft noch bei ihren Eltern oder einem Elternteil leben, ist entweder mindestens ein Elternteil arbeitslos oder trotz Erwerbstätigkeit kann das gesellschaftliche Existenzminimum der Haushaltsgemeinschaft nicht gesichert werden. „Die Armut von Jugendlichen ist weitgehend auf das Fehlen von existenzsichernden Arbeitsplätzen der Eltern zurückzuführen“, so Kloppich. In diesem Zusammenhang fordert die DGB-Vorsitzende die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns und ein neues Vergabegesetz für Sachsen.


Nach oben

Kontakt Pressestelle

Portrait M. Dahne

Marlis  Dahne
Pressesprecherin

Tel.:   0351-8633 121
Mobil: 0170 3333 178
Fax:   0351-8633 158

E-Mail: Marlis.Dahne [ÄT] dgb.de

Pressefotos

Markus Schlimbach
DGB Sachsen
Anne Neuendorf
DGB Sachsen
Schlimbach und Neuendorf
DGB Sachsen

RSS-Feed

Subscribe to RSS feed
Abonnieren Sie die Pressemitteilungen des DGB-Bezirks Sachsen.
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis