Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 51 - 03.07.2024

Mit Tarifvertrag ist mehr drin. Inflationsausgleichsprämien häufiger und höher mit Tarifvertrag und Mitbestimmung.

Zur heute vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung veröffentlichten Studie zu den Wirkungen der Inflationsausgleichsprämien sagte die stellvertretende Vorsitzende des DGB Sachsen, Daniela Kolbe, heute mit Blick auf Sachsen:

„In schwierigen Zeiten mit starken Preissteigerungen konnten die Inflationsausgleichsprämien den Beschäftigten Sicherheit geben. Die Entlastungen sind aber nicht überall angekommen. In Unternehmen ohne Tarifvertrag und ohne Mitbestimmung wurden deutlich seltener Zahlungen geleistet. Das zeigt erneut: Tarifverträge und Betriebs- und Personalräte machen einen wesentlichen Unterschied. Bei den Löhnen, den Arbeitsbedingungen und der Sicherheit. Ein Grund mehr, in Sachsen für die Tarifwende in die Offensive zu gehen.“

Nach Informationen der Wissenschaftler gaben 69 Prozent der befragten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an, dass sie seit Herbst 2022 mindestens einmal eine Inflationsausgleichsprämie bekommen haben. Von den Beschäftigten mit Tarifvertrag bekamen 77 Prozent mindestens eine Inflationsausgleichsprämie, ohne Tarifvertrag 61 Prozent. Auch die Mitbestimmung spielt eine Rolle: Während 77 Prozent der Beschäftigten mit Betriebs- oder Personalrat eine Prämie ausgezahlt wurde, sind es bei denjenigen ohne eine solche Vertretung 59 Prozent.

„Auch bei der Höhe der Inflationsausgleichszahlungen gibt es Unterschiede. Mit Tarifvertrag oder Mitbestimmung waren die Zahlungen im Schnitt um mehr als 400 Euro höher. Höchst problematisch ist, dass Beschäftigte mit geringeren Haushaltseinkommen seltener eine Zahlung erhielten. Für Sachsen sind die Ergebnisse erneut ein klarer Auftrag: Wer die Sicherheit der Menschen, die Kaufkraft und damit auch die Wirtschaft stärken will, muss an die Erhöhung der Tarifbindung ran. Da besteht in Sachsen mit einer Tarifbindung der Beschäftigten von lediglich 43 Prozent und der Unternehmen von 17 Prozent dringender Handlungsbedarf. Gute Tariflöhne müssen in Sachsen endlich selbstverständlich werden und die Politik muss ihren Beitrag leisten, indem Steuergelder bei der Wirtschaftsförderung und bei öffentlichen Vergaben nur noch an tarifgebundene Unternehmen gehen“, forderte Kolbe.

Die Pressemitteilung und die Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung finden Sie hier:
https://www.imk-boeckler.de/de/pressemitteilungen-15992-inflationsausgleichspraemien-entlasten-26-millionen-beschaeftigte-61654.htm


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