Deutscher Gewerkschaftsbund

27.02.2012

Unions-Konzeptentwurf zum Mindestlohn ist Etikettenschwindel

Als Etikettenschwindel bezeichnete Claus Matecki, DGB-Vorstandsmitglied, am Montag das sich abzeichnende Konzept der Union zur Lohnuntergrenze. Zwar stehe Mindestlohn drauf, drin sei aber ein löchriger Käse, der zudem nicht einmal jeden satt mache.

 „Herr Fuchs betont, dass geltende Tarifverträge immer Vorrang haben sollen, egal wie hoch der Lohn ist. Damit wird klar, dass dieses Konzept gerade nicht den Zweck eines Mindestlohns verfolgt: eine Existenz sichernde untere Lohnhaltelinie – und zwar verbindlich für alle, egal wo sie arbeiten und leben. Die Konsequenz: Viele Friseurinnen, Floristen oder Kellnerinnen müssen also auch weiterhin ihr Dasein mit Löhnen von zum Teil unter fünf Euro fristen. 

Der DGB kritisiert zudem, dass eine Kommission aus Arbeitgebern und Gewerkschaften mit wechselnden Mitgliedern je nach Branche und Region eine Vielzahl unterschiedlicher Lohnuntergrenzen aushandeln soll. Damit droht ein intransparentes Tarifwirrwarr, das man weder ,einheitlich’ nennen kann noch eine Garantie für Existenz sichernde Lohnuntergrenzen ist.

Wir fordern Bundesarbeitsministerin von der Leyen auf, diesen Plänen des konservativen Wirtschaftsflügels der CDU ein klares Gegenkonzept entgegenzusetzen: Kein Lohn unter 8,50 Euro pro Stunde – verbindlich, flächendeckend, einheitlich.

Es darf keine Frage des Berufes oder des Wohnortes sein, ob Beschäftigte wenigstens so viel verdienen, dass sie unabhängig sind von staatlichen Sozialleistungen.“


Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Pressemeldung
DGB Sachsen zu Mindestlohnkontrollen
Der sächsische DGB-Vorsitzende Markus Schlimbach hat die Forderung von Ministerpräsident Michael Kretschmer auf ein Verzicht von Uniform und Waffen bei Mindestlohnkontrollen in scharfer Form zurückgewiesen: Mindestlohn-Kontrollen sind kein Larifari. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit macht ihre Kontrollen jeweils auf konkrete Verdachtsfälle hin. Zur Pressemeldung
Artikel
Ferienjobs – worauf Schüler achten sollten
Mit Beginn der Sommerferien werden wieder viele Schülerinnen und Schüler ihr Taschengeld mit einem Ferienjob aufbessern und so erste Einblicke in die Arbeitswelt erhalten. Aber welche Regeln gelten für die Ferienarbeit? Die DGB-Jugend gibt Tipps. weiterlesen …
Pressemeldung
DGB: Mindestlohn bringt Sachsen mehr Einkommen und Beschäftigung – Gesetzgeber muss Tarifbindung stärken
Der Mindestlohn – mit Jahresbeginn auf 9,19 Euro gestiegen – hat vielen Sachsen mehr Einkommen und Beschäftigung gebracht. „Vier Jahre nach Einführung dieser untersten Haltelinie bei der Bezahlung von Arbeit ist die Bilanz positiv, denn sie hat den privaten Konsum und damit den anhaltenden Aufschwung gefördert“, sagte Sachsens DGB-Chef Markus Schlimbach in Dresden. Zur Pressemeldung

Zuletzt besuchte Seiten