Deutscher Gewerkschaftsbund

18.07.2012

Tarife steigen jahresbezogen um durchschnittlich 2,7 Prozent

Die Tarifabschlüsse im 1. Halbjahr 2012 liegen deutlich über denen des Vorjahres. In den meisten Branchen wurden für dieses Jahr Tarifsteigerungen von 3 bis 4 Prozent und mehr vereinbart. In der Metall- und Elektroindustrie setzte die IG Metall eine Tariferhöhung von 4,3 Prozent bei einer Laufzeit von 13 Monaten durch, in der chemischen Industrie vereinbarte die IG BCE eine Tariferhöhung von 4,5 Prozent bei einer Laufzeit von 19 Monaten. Im Durchschnitt fiel die Gesamtlaufzeit der Abschlüsse mit rund 17 Monaten deutlich geringer aus als im Vorjahr mit rund 23 Monaten. Dies ergibt sich aus der aktuellen Halbjahresbilanz*, die das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung vorlegt.

Rechnet man die diesjährigen Tarifabschlüsse für rund 7,0 Millionen Beschäftigte mit ihren unterschiedlichen Laufzeiten auf das Jahr um, dann ergibt sich eine vorläufige jahresbezogene Tarifsteigerung gegenüber 2011 von nominal 3,0 Prozent. Für die 8,3 Millionen Beschäftigten mit länger laufenden Abschlüssen aus den Vorjahren ergibt sich für 2012 dagegen eine jahresbezogene Tarifsteigerung von 2,5 Prozent. Insgesamt errechnet sich aus diesen Daten für das Jahr 2012 für 15,3 Millionen Beschäftigte eine durchschnittliche nominale Tarifsteigerung von 2,7 Prozent (siehe auch die Tabellen in der pdf-Version dieser PM; Link unten).

"Diese vorläufige Tarifbilanz zeigt, es geht aufwärts", sagt Dr. Reinhard Bispinck, Leiter des WSI-Tarifarchivs, "der kostenneutrale Verteilungsspielraum wurde ausgeschöpft und die Tariflöhne werden in diesem Jahr im Durchschnitt real spürbar steigen." Zudem konnten bei der Übernahme der Auszubildenden, bei der Leiharbeit und bei der lebenslauforientierten Arbeitszeitgestaltung tarifpolitische Fortschritte durchgesetzt werden.

*Reinhard Bispinck / WSI Tarifarchiv: Tarifpolitischer Halbjahresbericht - Eine Zwischenbilanz der Lohn- und Gehaltsrunde 2012. Download

Die Pressemitteilung mit Tabellen (pdf)


Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Pressemeldung
Neue Studie zu Tarifverträgen: DGB fordert Kurswechsel von Wirtschaft und Politik hin zu starker Tarifbindung in Sachsen
Nur 39 Prozent der Beschäftigten in Sachsen arbeiten in tarifgebundenen Firmen. Damit liegt Sachsen trotz günstiger Wirtschaftsstruktur derzeit weit hinter allen anderen Bundesländern. Das belegt die neue Studie „Tarifverträge und Tarifflucht in Sachsen“, die der DGB gemeinsam mit dem Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung am Freitag in Dresden vorstellte. Zur Pressemeldung
Artikel
DGB-Sommerfest: Kandidat*innen auf dem "heißen Stuhl"
Heiße Diskussionen mit den Kandidatinnen und Kandidaten zur Landtagswahl am City-Beach Dresden. 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Gewerkschaften, Betrieben und Verwaltungen diskutierten mit Katja Meier (B90/GRÜNE), Alexander Dierks (CDU), Antje Feiks (DIE LINKE), Thomas Kunz (FDP) und Martin Dulig (SPD). weiterlesen …
Artikel
Sicherheit und Gerechtigkeit – Rückbesinnung auf das Soziale!
Die Menschen in Sachsen wollen in Freiheit und Sicherheit leben. Der Staat muss die Grundwerte schützen und den Schutz der Rechtsgüter garantieren. Die Menschen in Sachsen wollen aber auch Gerechtigkeit. Sie wollen Chancengerechtigkeit bei Zugang zu Bildung und zum Arbeitsmarkt, Leistungsgerechtigkeit und Generationengerechtigkeit, wenn es um eine faire Lastenverteilung geht. Gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz und bei der Lohnentwicklung! weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten