Deutscher Gewerkschaftsbund

14.12.2016
12. Dresdner Werteforum

Wertewandel in der Arbeitswelt am Beispiel des Arbeitsschutzes

Am 12.12.2016 fand das diesjährige Dresdner Werteforum im Dresdner Volkshaus erneut in Kooperation mit dem DGB-Bezirk Sachsen, ARBEIT UND LEBEN Sachsen und dem Verein Jobben ohne Mobben statt. Über 50 Betriebs- und Personalräte, Experten des Arbeitsschutzes sowie weitere Interessierte folgten der Einladung.

Highlights der Veranstaltung waren der Vortrag des Sächsischen Staatsministers für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA), Martin Dulig, des Arbeitsschutzexperten Prof. Dr. Jörg Tannenhauer, Leiter der Abteilung Arbeit beim SMWA, des Kollegen Werner Schuh, DGB Bezirk Sachsen, sowie von Dr. Attiya Khan zur Umsetzung des Präventionsgesetzes in Sachsen.

Martin Dulig ging in seinem Grußwort auf die zentralen Herausforderungen für die Zukunft der Arbeit ein. Neue Formen der Arbeit, Digitalisierung und Arbeitsverdichtung stellen neue Anforderungen an den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz. Martin Dulig betonte, dass innerhalb des Projektes „Gute Arbeit für Sachsen“, sich das Sächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr die Aufgabe gestellt hat, den Wirtschafts- und Arbeitsstandort Sachsen nachhaltig zu stärken und dessen Attraktivität zu erhöhen – der Arbeitsschutz spiele, so Dulig, dabei eine wichtige Rolle.

Prof. Dr. Jörg Tannenhauer verdeutlichte in seinem Vortrag, dass die Voraussetzungen für einen wirkungsvollen Arbeitsschutz mit der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie und dem Projekt „Gute Arbeit für Sachsen“ sehr gut seien, jedoch die Betriebsüberwachung in Sachsen insgesamt um 87% gesunken sei. Das heißt statistisch betrachtet, so Tannenhauer, dass nur alle 56 Jahre ein sächsischer Betrieb kontrolliert wird, nur alle 71 Jahre werden die besonders gefahrgeneigten überwachungsbedürftigen Anlagen revidiert und nur alle 59 Jahre die gesetzlich vorgeschriebene betriebliche Arbeitsschutzorganisation (Betriebsarzt, Sicherheitsfachkraft) überprüft wird. Auch aus diesem Grund sei es das Ziel der Staatsregierung den Arbeitsschutz zu stärken, denn Sachsen soll ein attraktiver Ort zum Leben, Lernen und Arbeiten sein.

In der abschließenden Podiumsdiskussion wurden die Anforderungen an den Arbeitsschutz in einer sich verändernden Arbeitswelt diskutiert. Iris Kloppich betonte, dass die Digitalisierung nicht aufzuhalten sei. Sie dürfe aber nicht dazu genutzt werden, Angst zu schüren. Gemeinsam müsse es gelingen, die Möglichkeiten der Mitbestimmung so zu nutzen, dass die Risiken für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gedämpft und die Chancen genutzt werden, um Arbeit zukünftig sicherer und gesünder zu gestalten. 


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