Deutscher Gewerkschaftsbund

13.04.2019
Interregionaler Gewerkschaftsrat Elbe-Neiße wählte neuen Vorstand

Europaweit für mehr Demokratie am Arbeitsplatz - neuer IGR-Präsident gewählt

Neuer IGR-Vorstand: Markus Schlimbach (Sachsen), Josef Slunecka (Tschechien), Andrzej Otreba (Polen)

Neuer IGR-Vorstand: Markus Schlimbach (Sachsen), Josef Slunecka (Tschechien), Andrzej Otreba (Polen)

"Solidarisch und sozial gerecht - so wollen wir Europa haben. Darum geht es auch hier im Grenzraum von Polen, Tschechien und Deutschland. Wir wollen weiter gemeinsam streiten für die weitere Angleichung unserer Arbeits- und Lebensbedingungen, für Mitbestimmung und Tariflöhne, für soziale Sicherheit und Fortschritt für alle Menschen. Niemand sollte aus Existenznot gezwungen sein, im Ausland zu arbeiten", sagte Josef Slunecka vom tschechischen Gewerkschaftsdachverband CMKOS (Bezirk Usti nad Labem) am Samstag in Dresden.

Er ist neuer Präsident des Interregionalen Gewerkschaftsrats Elbe-Neiße. Markus Schlimbach, DGB-Vorsitzender von Sachsen, und Andrzej Otreba von der OPZZ Niederschlesien wurden von den Delegierten des IGR als Vizepräsidenten gewählt. Die Präsidentschaft wechselt jährlich, so dass jedes Land bis zur nächsten Wahl für ein Jahr den IGR führt.

Wahlen

Wahlen

Große Bedeutung für die kommenden Jahre hat die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments, waren sich die IGR-Delegierten einig. Wählen gehen!, fordert ein gemeinsamer Aufruf der IGR-Vertreter. "Das Europäische Parlament bildet ein wichtiges Gegengewicht zum Europäischen Rat und zur Europäischen Kommission. Bei sozialen Veränderungen konnte sich das Parlament mehrfach durchsetzen", argumentieren sie in dem Aufruf.

Stärkere helfen Schwächeren - dieses Solidarprinzip der Europäischen Union hat die Kommission in Brüssel aus Sicht der Gewerkschaften nicht gut umgesetzt. "Deshalb müssen wir feststellen: Einige osteuropäische Mitgliedsländer sind im Wirtschaftsverbund der EU heute abgehängt von der Gesamtentwicklung. Das darf so nicht bleiben", sagte Peter Scherrer, Generalsekretär des Europäischen Gewerkschaftsbundes, am Samstag in Dresden. Er plädierte für eine europäische Sozialunion, auf deren Grundlage gleiche, vergleichbare und verlässliche Rechte für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verankert und durchgesetzt werden können.

EGB-Generalsekretär Peter Scherrer

Peter Scherrer, stellv. Generalsekretär des EGB

"Der Kampf um mehr Demokratie am Arbeitsplatz muss europaweit neue Impulse erhalten", sagte Peter Scherrer. Grundlegend ist das Recht auf einen vernünftigen Arbeitsvertrag für alle Beschäftigten. Die neu geschaffene europäische Arbeitsbehörde müsse mit der neuen Legislaturperiode kraftvoll Wirkung entfalten. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben sei die Überwachung der Entsenderichtlinie. Längst überfällig sei zudem die Überarbeitung der Richtlinie zu Euro-Betriebsräten. Große Unterstützung für gewerkschaftliche Initiativen, so Scherrer, komme aus dem Europäischen Parlament, das am 26. Mai zur Neuwahl steht.

Josef Stredula

Josef Středula, Vorsitzender ČMKOS

"Wir haben keine Angst, höhere Tarifeinkommen zu fordern", sagte Josef Stredula, Vorsitzender des tschechischen Gewerkschaftsdachverbands CMKOS und verwies auf praktische Solidarität. "Wenn Eure Arbeitgeber mit Verlagerung von Arbeitsplätzen drohen, dann sagt ihnen: Gut, wir laden die Arbeitnehmervertreter ein und erklären ihnen, wie Mitbestimmung und Kampf um höhere Löhne funktionieren." Es seien die Unternehmen, nicht die Beschäftigten, die Verlagerung betreiben, unterstrich Stredula. Osteuropas Beschäftigte wollten dasselbe wie die deutschen: Mehr Kaufkraft, ein besseres Leben und gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.

 

Weitere Informationen zum Interregionalen Gewerkschaftsrat Elbe-Neiße

 


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