Deutscher Gewerkschaftsbund

03.05.2013
»Nicht mit uns! – Sächsische Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter im Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur«

80. Jahrestag der Zerschlagung der freien Gewerkschaften

Gedenkveranstaltung und Ausstellungseröffnung

Am 2. Mai 1933 wurden die freien Gewerkschaften von den Nazis zerschlagen.
Aus Anlass des 80. Jahrestages fand heute im Volkshaus Dresden eine Gedenkveranstaltung statt.


Im Rahmen der Gedenkveranstaltung wurde die Wanderausstellung des DGB Sachsen »Nicht mit uns! – Sächsische Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter im Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur«, welche von der Otto-Brenner-Stiftung gefördert wurde, feierlich eröffnet.

Foto Iris Kloppich

Iris Kloppich, Vorsitzende DGB Sachsen DGB Sachsen

Die sächsische DGB Vorsitzende Iris Kloppich mahnte in ihrer  Begrüßung „Es gab damals mutige Menschen, die Zivilcourage zeigten und Widerstand leisteten. Wenige zwar, aber gerade ihr Wirken darf nicht vergessen werden. Für uns heute ist dieser Mut Anspruch und Herausforderung, immer überall dem Rechtsextremismus entgegenzutreten. Gewerkschaften brauchen die Demokratie zum Leben. Mitbestimmung in Betrieben und Verwaltungen ist für uns heute eine Selbstverständlichkeit. Als Einheitsgewerkschaft wollen wir keine politischen Richtungskämpfe austragen. Das sind Lehren, die wir aus der Geschichte gezogen haben, für die Menschen gestorben sind.“

Foto Wolfgang Tiefensee

Wolfgang Tiefensee,MdB Vorsitzender "Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V." DGB Sachsen

Wolfgang Tiefensee, MdB, der als Vorsitzender des „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“ nach Dresden gekommen war, unterstrich, wie bedeutend die Rolle des Einzelnen im Widerstand war, wie sehr es auf Menschen ankam, die einen „inneren Kompass“ hatten, die weiterhin, auch in den Jahren der nationalsozialistischen Diktatur, für Menschlichkeit eintraten.

Foto Olivier Höbel

Olivier Höbel, Bezirksleiter IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen DGB Sachsen

Der Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen Olivier Höbel hob den Widerstand der zahllosen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter gegen den Nationalsozialismus hervor. Er würdigte Richard Teichgräber, den Bezirksleiter des DMV 1925-1933, als einen Menschen mit einem solchen inneren Kompass. Teichgräber setzte der nationalsozialistischen Diktatur von der ersten Stunde an Widerstand entgegen, er blickte nicht schweigend zur Seite, als Unrecht geschah.

Foto Willy Buschak

Dr. Willy Buschak, Abteilungsleiter DGB Sachsen DGB Sachsen

Eine Einführung in die Ausstellung nahm Koll. Dr. Willy Buschak, Abteilungsleiter beim DGB Sachsen vor und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Ausstellung, die zum ersten Mal einen Überblick über den gesamten Widerstand der Gewerkschaften in Sachsen gibt, zur vertieften Beschäftigung mit der eigenen Geschichte anregt. Das Bekenntnis der Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in den Konzentrationslagern für ein soziales Europa sei Verpflichtung für den DGB heute.

Im Anschluss nahmen Olivier Höbel und Iris Kloppich die Umbennung des Kongress-Saales vor. Dieser heißt nunmehr „Richard-Teichgräber-Saal“, benannt nach dem Bezirksleiter des Deutschen Metallarbeiterverbandes (DMV) von 1925-1933 und Leiter des Widerstandes der sächsischen Metallarbeiterinnen und Metallarbeiter gegen die nationalsozialistische Diktatur. Richard Teichgräber wurde von den Nazis 1934 verhaftet und kam nach jahrelangem Martyrium durch mehrere Konzentrationslager am 25.02.1945 im KZ Melk um.

Foro Iris Kloppich und Olivier Höbel

Iris Kloppich und Olivier Höbel enthüllen die Tafel "Richard-Teichgräber-Saal" DGB Sachsen

Ausstellungstermine 2013

  • 03.05.-31.05. - Dresden, Volkshaus
  • 03.06.-14.06. - Pirna, Schloßhof
  • 24.06.-31.07. - Leipzig, Volkshaus
  • 29.08.-19.09. - Chemnitz, DAStietz
  • 23.09.-27.09. - Annaberg-Buchholz, Stadtverwaltung
  • 30.09.-25.10. - Bautzen, Rathaus
  • 28.10.-30.11. - Görlitz
Foto Ausstellung

DGB Sachsen


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