Deutscher Gewerkschaftsbund

10.08.2012

Altersarmut in Sachsen wird mit Rentenkonzept der Bundesregierung verschärft

Der DGB-Sachsen kritisiert das vorgelegte Rentenkonzept von Bundesministerin von der Leyen scharf.

Gerade in Ostdeutschland und Sachsen ist damit Altersarmut weiter vorprogrammiert, insbesondere für die heute Jungen. Laut dem Rentenreport 2011 der Volkssolidarität lag die Altersarmut 2009 in Sachsen bei den über 65- jährigen knapp unter 10% und steigt bis 2030 auf 20% an.

Zwar begrüßt die sächsische DGB-Vorsitzende Iris Kloppich ein Nachdenken der Bundesregierung, wie man Geringverdiener bei der Rente besser berücksichtigen kann, doch geht der Ansatz in die völlig falsche Richtung.

Iris Kloppich: „Eine gute Rente setzt gute Löhne und damit entsprechende Beitragszahlungen voraus. Aber die prekäre Beschäftigung hat in Deutschland und in Sachsen stark zugenommen. Ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 € pro Stunde wäre ein erster richtiger Schritt zur Bekämpfung von Altersarmut.“

Die Bundesregierung, auch die Sächsische Staatsregierung, sperrt sich aber immer noch gegen einen gesetzlichen Mindestlohn von (nur) 8,50 € pro Stunde.

Wenn aber jetzt der Rentenbeitrag gesenkt wird, sinkt auch die Beitragszahlung und damit das künftige Rentenniveau von heute 51% auf 43%. So 0sinkt die Durchschnittsrente für Männer von 868 € auf 746 €. Viele Bezieher, insbesondere Frauen, künftiger Renten sind dann auf Sozialleistungen angewiesen. Der Staat müsste über Steuerfinanzierungen einspringen und über kurz oder lang müsste der Rentenbeitrag stark ansteigen oder Steuererhöhungen sind die Folge.

Selbst in der CDU sehen das viele kritisch. Es wird vermutet, dass die FDP sich für die Rentensenkung massiv einsetzt, um das Arbeitgeberlager im Wahljahr zu entlasten und mit den minimalen Einsparungen (bei einem monatlichen Einkommen von 2.000,- brutto beträgt die Ersparnis 6,- €) Arbeitnehmer zu locken. Die Folgen sind aber um gravierender.

Der DGB hat mit seinem Rentenkonzept Vorschläge unterbreitet wie die Renten langfristiggesichert werden können, so dass alle Menschen in Deutschland davon profitieren können.

Weitere Informationen hier und unter http://www.ichwillrente.net/


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