Deutscher Gewerkschaftsbund

03.05.2013

»Nicht mit uns! – Sächsische Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter im Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur

Informationen zur Wanderausstellung

Plakat Ausstellung

DGB Sachsen

Sachsen war vor 1933 die Hochburg der Gewerkschaften in Deutschland. Die Ausstellung „Nicht mit uns!“ verdeutlicht, dass Gewerkschaften die wichtigste Stütze der Demokratie in Sachsen waren und deswegen den erbitterten Hass der Nationalsozialisten auf sich zogen. Sie zeigt, wie sich Gewerkschaften vor 1933 gegen den alltäglichen Terror der Nationalsozialisten wehrten, aber schließlich eine Niederlage erlitten, weil sie auf sich allein gestellt waren. Die Zerschlagung der Gewerkschaften zwischen März und Mai 1933 war dann der Auftakt der nationalsozialistischen Diktatur.

Ausstellungstafel

DGB Sachsen

Viele Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter ließen sich von der Diktatur, von Gefängnis und Konzentrationslager aber trotzdem nicht einschüchtern. Sie leisteten von der ersten Stunde an Widerstand. Unsere Ausstellung bringt Beispiele dafür: Johanna und Richard Teichgräber sowie Hulda und Arthur Schille, die von Dresden aus ein dichtes Netzwerk illegaler Vertrauensleute unter den Metallarbeitern knüpften. Wir folgen dem Leidensweg Richard Teichgräbers durch Zuchthäuser und Konzentrationslager. Wir zeigen mit Franz Poralla und Max Kellner zwei mutige Leipziger, die den Widerstand der Eisenbahner in Sachsen organisierten, mit Karl Schirmer und Gustav Zwahr zwei Dresdener, die  den Widerstand der Textilarbeiterinnen und Textilarbeiter aufbauten. Die Ausstellung zeigt, dass Sachsen eine wichtige Drehscheibe für den Widerstand von Kellnerinnen und Kellnern in ganz Deutschland war. Sie erinnert an den Widerstand unter Angestellten und macht deutlich, dass auch Gewerkschafter, die keinen Kontakt zum organisierten Widerstand hatten, weiterhin treu zu ihren alten Überzeugungen standen, wie der Metallarbeiter Max Reinhardt aus Groitzsch.


Volkshaus Dresden

Dresdner Volkshaus DGB Sachsen

In kaum einem Gebiet Deutschlands waren die illegalen Verbindungen unter Gewerkschaftern so dicht und so intensiv wie in Sachsen. Sächsische Gewerkschafter hatten dabei weitreichende Kontakte auch über Sachsen hinaus. Richard Teichgräber und der christliche Gewerkschafter Reimer Mager waren in die Verschwörung des 20. Juli 1944 eingebunden. Während des II. Weltkrieges riskierten etliche Gewerkschafter ihr Leben, indem sie Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene unterstützten. Unsere Ausstellung zeigt dafür das Beispiel des Chemnitzer Metallarbeiters Alfons Pech. Sie klingt aus mit dem Widerstandskreis um Wilhelm Baumgart und die Adler-Versicherung in Görlitz, der 500 frühere Gewerkschafter und Sozialdemokraten betreute und unentdeckt bis zum Ende der nationalsozialistischen Diktatur arbeiten konnte.

Die Erstellung der Wanderausstellung wurde von der Otto-Brenner-Stiftung gefördert.

Ausstellungstermine 2013

  • 03.05.-31.05. - Dresden, Volkshaus
  • 03.06.-14.06. - Pirna, Schloßhof
  • 24.06.-31.07. - Leipzig, Volkshaus
  • 29.08.-19.09. - Chemnitz, DAStietz
  • 23.09.-27.09. - Annaberg-Buchholz, Stadtverwaltung
  • 30.09.-25.10. - Bautzen, Rathaus
  • 28.10.-30.11. - Görlitz

Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Pressemeldung
DGB Sachsen zum Kohleausstieg: Jetzt gemeinsam Lösungen für betroffene Regionen in Sachsen schaffen
Die Menschen in den vom Kohleausstieg betroffenen Regionen erwarten jetzt zu Recht eine gemeinsame Kraftanstrengung aller Verantwortlichen in Sachsen. Die Gewerkschaften werden daran in jeder Phase konstruktiv mitwirken. Zur Pressemeldung
Artikel
Sächsische Gewerkschafterin erhält Hans-Böckler-Medaille
Der Deutsche Gewerkschaftsbund stiftet zum Gedächtnis an seinen ersten Vorsitzenden Hans Böckler diese Medaille. Sie ist die höchste Auszeichnung, die der DGB zu vergeben haben. Der DGB Sachsen und der Bezirksfrauenausschuss gratulieren Kollegin Ursula Wackwitz (IG BAU) zu dieser Auszeichnung. weiterlesen …
Artikel
DGB Sachsen zur Regierungserklärung von Ministerpräsident Kretschmer
„Das klare und unmissverständliche Bekenntnis zur Bekämpfung von Rechtsextremismus in Sachsen wird von uns einhellig begrüßt. Auch die klare Abgrenzung zur AfD ist ein deutliches Bekenntnis und ein klare Ansage." (Markus Schlimbach zur Regierungserklärung) weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten