Deutscher Gewerkschaftsbund

14.06.2012

Bildungspaket „Sachsen 2020“ – Annahme verweigert!

Über 6000 Teilnehmer haben gestern vor dem Sächsischen Landtag gegen die dilettantische Bildungspolitik der Sächsischen Staatsregierung protestiert. Zuvor hatten sie symbolisch vor dem Finanzministerium das von der Staatsregierung beschlossene Bildungspaket zurückgegeben.

Aufgerufen hatten die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie weitere Lehrerverbände.

Die sächsische GEW-Vorsitzende Dr. Sabine Gerold geißelte die Sparwut und Konzeptionslosigkeit der politisch Verantwortlichen. Allen voran Finanzminister Unland und die neue Kultusministerin Kurth.

Die Gewerkschafter kritisieren das vorgelegte „Bildungspaket“ als Mogelpackung. Die Schülerzahlen steigen und die Lehrerzahlen gehen weiter zurück. Weiterhin fordern sie

  • eine gerechte Bezahlung der Lehrerinnen und Lehrer, die weit weniger verdienen als ihre Kollegen im Westen
  • Arbeitsbedingungen, die motivieren und nicht verschleißen
  • kein ausspielen der Älteren gegen die Jüngeren
  • Angebote, dass ältere Lehrerinnen und Lehrer mit Würde und gesund in den Ruhestand  gehen können.

Gerold kündigte für Anfang September weitere Proteste an, wenn der Haushalt für 2013/14 vorgelegt wird und die Forderungen der Lehrer nicht berücksichtigt werden.

Kultusministerin Kurth getraute sich diesmal immerhin bis zur Absperrung der Polizei, nachdem sie beim letzten Mal nur bis zur Tür des Landtages kam. Reden wollte sie aber zu den Demonstranten nicht.

Demonstranten vor dem Sächsischen Landtag

DGB Sachsen

Demonstranten vor dem Sächsischen Landtag

DGB Sachsen

Staatsministerin Kurth an der Absperrung

DGB Sachsen


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