Ausländische Beschäftigte leisten einen wesentlichen Beitrag in Sachsen – Gleichbehandlung durchsetzen!

Datum

Ordnungsnummer 47

Zu den heute veröffentlichten Daten des Statistischen Landesamtes zu ausländischen Beschäftigten in Sachsen sagte der sächsische DGB-Vizechef Ralf Hron:  

„Ausländische Beschäftigte leisten einen wesentlichen Beitrag und sind Teil des sächsischen Arbeitsmarktes. In vielen Branchen würde es ohne ausländische Beschäftigte düster aussehen. Sie sind in der Industrie, der Ernährungswirtschaft, im Gesundheitswesen, in den Hotels und Gaststätten oder in der Logistik beschäftigt. Bei den Beschäftigten aus den Nachbarländern Polen und Tschechien handelt es sich häufig um Grenzgänger, die täglich nach Sachsen zur Arbeit pendeln. Als Gewerkschaften machen wir uns dafür stark, dass ausländische Beschäftigte gleichberechtigt Teil der Belegschaften sind und nicht von Diskriminierungen betroffen sind. Um Gleichbehandlung durchzusetzen, sind mehrsprachige Informationen und Beratung ein wichtiges Instrument. Denn nur wer seine Rechte kennt, kann sie auch einfordern.“

Die Hauptherkunftsländer der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit ausländischer Staatsbürgerschaft in Sachsen sind laut Daten der Bundesagentur für Arbeit zum 31.12.2025 Polen mit 27.937, Tschechien mit 15.795 Beschäftigten und die Ukraine mit 12.840 Beschäftigen. Im Landkreis Görlitz sind 7.986 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus Polen tätig, im Landkreis Bautzen 5.019. Im Erzgebirgskreis sind 3.270 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus Tschechien tätig, im Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge 2.657. 

„Die Beschäftigten aus den Nachbarländern sind vor allem in den Grenzregionen Sachsens tätig. Sie arbeiten in Sachsen, zahlen in Sachsen in die Sozialversicherung und Steuern. Die Arbeitgeber sind dringend auf sie angewiesen. Umso ärgerlicher ist es, wenn wir feststellen müssen, dass ihre Löhne niedriger sind als die der anderen Beschäftigten, der Kündigungsschutz unterlaufen wird oder Arbeitsunfälle nicht gemeldet werden. Diese Diskriminierung ausländischer Beschäftigter in Sachsen muss beendet werden“, forderte Hron.

Der Medianlohn von Vollzeitbeschäftigten aus Tschechien liegt über 1.000 Euro monatlich unter dem von deutschen Beschäftigten, der von Beschäftigten aus Polen um rund 850 Euro.

Umso wichtiger sei es, dass der Freistaat Sachsen mit der Beratungsstelle für ausländische Beschäftigte in Sachsen (BABS) eine Stelle fördert, die in mehreren Sprachen Beratung für Beschäftigte aus anderen EU-Ländern anbietet. 

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