DGB-Kundgebung in Leipzig: 10.000 fordern in Leipzig gute und sichere Jobs und einen starken Sozialstaat
Am heutigen Samstag, den 26. September 2026, haben bundesweit in 15 Großstädten Demonstrationen und Kundgebungen des Deutsche Gewerkschaftsbundes mit seinen Mitgliedsgewerkschaften unter dem Motto „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“ stattgefunden. An den Demos und der Kundgebung in Leipzig haben 10.000 Menschen teilgenommen. Als Hauptrednerin nahm die stellv. DGB-Bundesvorsitzende Elke Hannack teil.
Elke Hannack, stellvertretende DGB-Bundesvorsitzende: „Mit Sozialreformen auf Kosten der Beschäftigten und Einschränkungen von Arbeitnehmerrechten lassen sich die wirtschaftlichen Probleme unseres Landes nicht lösen. Eine Politik, die den Acht-Stunden-Tag infrage stellt, die Rente nach 45 Jahren Arbeit kürzen will oder Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung einschränkt und verteuert, ist respektlos gegenüber den Menschen, die dieses Land jeden Tag am Laufen halten. Wird die Tariflohnpflicht in der Pflege ausgesetzt und das Elterngeld faktisch um zwei Monate verkürzt, trifft das vor allem Frauen. Sie tragen die Folgen – als Beschäftigte, Mütter und pflegende Angehörige.
Stattdessen müssen endlich die jahrelang verschleppten Investitionen, die marode Infrastruktur, die schleppende Digitalisierung, die hohen Energiepreise und die fehlenden Investitionen in Zukunftstechnologien stärker in den Fokus rücken. Auch unternehmerische Entscheidungen müssen kritisch hinterfragt werden. Gute Arbeit, ein starker Sozialstaat und eine verlässliche Rente sind keine Belastung. Sie sind das Fundament einer gerechten und starken Gesellschaft. Dafür setzen wir heute in 15 Städten bundesweit ein deutliches Zeichen. Unsere Botschaft ist klar: Was wir uns hart erarbeitet haben, lassen wir uns nicht nehmen!“
Daniela Kolbe, Vorsitzende DGB Sachsen: „Wir haben heute aus Leipzig ein klares und lautes Signal für einen starken Sozialstaat und gute Arbeitsplätze mit Zukunft gesendet. Die Beschäftigten lassen sich ihrer hart erkämpften Rechte und Ansprüche nicht berauben. Der Sozialstaat ist kein Geschenk, er ist das Ergebnis der Arbeit und der Beiträge von Millionen Menschen. Sie dürfen nicht mit weniger Leistung, höheren Kosten und neuen Hürden abgespeist werden, sondern haben Anspruch auf gute Gesundheitsversorgung, soziale Sicherheit und eine verlässliche Rente.
Viele Beschäftigte bangen aktuell in Sachsen um ihre Arbeitsplätze. Allein in der Industrie sind in den letzten drei Jahren rund 19.000 Arbeitsplätze abgebaut worden. Sachsen muss ein Industrieland bleiben und der Kampf um gut bezahlte Industriearbeitsplätze mit Tarifbindung in Sachsen geht weiter. Wir stehen geschlossen an der Seite der Beschäftigten. VW und das Serumwerk GSK in Dresden sind nur zwei aktuelle Beispiele. Wir fordern die Politik auf, schleunigst Impulse für unsere Wirtschaft zu setzen und in die Zukunft zu investieren. Die Beschäftigten brauchen Sicherheit und eine klare Perspektive. Kürzungen beim Sozialstaat, die Ausweitung der Arbeitszeit und sachgrundlosen Befristungen oder die Anhebung des Rentenalters machen kein einziges Unternehmen fit für die Zukunft. Wir fordern echte Reformen, die unsere Wirtschaft und unseren Sozialstaat gerecht gestalten und keine Kürzungsorgien zu Lasten der Beschäftigten.“