DGB Sachsen: Alternde Bevölkerung in Sachsen macht eine gerechte Reform der Pflege umso dringlicher
Zu den heute vom Statistischen Landesamt veröffentlichten Daten zum Durchschnittsalter der Bevölkerung in Sachsen sagte die sächsische DGB-Chefin Daniela Kolbe:
„Das weiter steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung in Sachsen zeigt erneut, wie dringend eine gerechte Reform der Pflege ist. Insbesondere in den ländlichen Regionen, wo die Alterung in besonderem Maße fortgeschritten ist, müssen die notwendigen Kapazitäten für ein gutes Leben im Alter und für eine bezahlbare Pflege ausgebaut werden. Dafür ist eine Strukturreform der Pflege im Sinne der Beschäftigten, der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen notwendig.“
Die Zahl der Pflegebedürftigen sei bereits in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Dieser Trend würde sich in den kommenden Jahren fortsetzen.
„Die Menschen in Sachsen brauchen die Sicherheit, dass die Pflege im Alter bezahlbar ist und sie nicht in die Grundsicherung führt. Schon jetzt können viele Pflegebedürftige auch aufgrund der geringeren Löhne und fehlenden Vermögen die stetig steigenden Eigenanteile zur Pflege nicht aus eigener Tasche zahlen. Deshalb ist eine Pflegevollversicherung oder zumindest die Deckelung der Eigenanteile gerade in Sachsen von hoher Bedeutung. Das wäre auch für die Kommunen gut, da sie ansonsten finanziell einspringen müssen, wenn die Pflegebedürftigen die Eigenanteile nicht erbringen können und in der Grundsicherung landen“, so Kolbe.
Zum gestrigen Kabinettsbeschluss erneuerte Kolbe ihre Kritik: „Die dringend notwendigen Strukturreformen stehen weiter aus und wurden in die Kommission verschoben. Damit sind keine Verbesserungen für die Beschäftigten, Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen beschlossen worden. Die Rücknahme einiger Kürzungsvorschläge begrüßen wir. Es ist auch unserem Druck auf der Straße zu verdanken, dass die Tariflöhne der Beschäftigten in der Pflege weiterhin finanziert werden und dass es keine Rentenkürzungen bei den pflegenden Angehörigen gibt. Weniger Verschlechterung ist aber noch keine Verbesserung. Die Menschen erwarten aber eine positive Idee für eine solidarische Pflegeversicherung. Wir werden weiter Druck machen. Für eine gerechte Pflegereform im Sinne der Beschäftigten und der Pflegebedürftigen. Klar ist: Die Pflege muss bezahlbar sein und darf nicht arm machen. Wir fordern eine Pflegevollversicherung und die ist machbar!“