Anlässlich des Tages des öffentlichen Dienstes am 23. Juni 2026 fordert der DGB Sachsen von der Sächsischen Staatsregierung, dass bei der geplanten Verwaltungs- und Strukturreform („Modernisierungsagenda“) die Interessen der Beschäftigten nicht herunterfallen dürfen.
Der Vizevorsitzende des DGB Sachsen, Ralf Hron, sagte heute in Dresden:
„Die Verwaltungsstrukturreform braucht Augenmaß und nicht den Holzhammer. Wir Gewerkschaften wollen einen modernen und leistungsfähigen Staat, auf den sich die Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmen verlassen können. Das geht nur mit ausreichend viel und gut ausgebildetem Personal. Pauschalen Personalabbau unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus lehnen wir entschieden ab. Der öffentliche Dienst ist ein wichtiger Wirtschafts- und Standortfaktor. Wer bei Schulen, Kitas, Sicherheit, Verkehr oder öffentlichen Dienstleistungen spart, schadet der Attraktivität Sachsens sowohl bei den Fachkräften als auch bei Unternehmen. Aufgabenkritik: Ja. Reform: Ja. Aber Kaputtsparen: Nein.“
An Schulen, in Kitas und Verwaltungsbehörden sowie in weiten Teilen des öffentlichen Dienstes ließen sich nach vielen Jahren des Fachkräftemangels Qualitätsverbesserungen und Entlastungen für die Beschäftigten durch die Umsetzung einer demographischen Rendite erreichen. Dazu brauche es Mut und politischen Willen statt Kaputtsparen und Vernichtung von gewachsenen Strukturen.
Hron betonte weiter, dass Beschäftigte, Personalräte und Gewerkschaften laufend über die Pläne informiert und gehört werden müssten.
Hintergrund:
Der Tag des öffentlichen Dienstes („United Nations Public Service Day“) wurde im Jahr 2003 von den Vereinten Nationen (UN) ins Leben gerufen, um die Arbeit der Menschen im öffentlichen Dienst am Gemeinwohl zu würdigen.
Der Freistaat Sachsen plant eine weitreichende Verwaltungsstrukturreform im öffentlichen Dienst, die sogenannte „Modernisierungsagenda“. Es gab u.a. 64 Prüfaufträge der Sächsischen Staatsregierung für den Umbau der Verwaltung sowie die Kommission Staatsmodernisierung und weitere Prozesse zum Bürokratieabbau. Sachsens Minderheitsregierung will bis 2040 mindestens 8.773 Personalstellen einsparen.
Der DGB Sachsen hat sich mit einem Thesenpapier Aufgabenkritik? JA! Reform? JA! Kaputtsparen? NEIN! dazu positioniert.