DGB Sachsen: Lohnlücke zwischen Frauen und Männern jetzt schließen. Entgeltgleichheit herstellen.

Datum

Ordnungsnummer 09

Zu den gestern vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung veröffentlichten Daten zur Lohnlücke zwischen Frauen und Männern in Sachsen, den Städten und Landkreisen, sagte die Vorsitzende des DGB Sachsen, Daniela Kolbe, in Dresden:

„Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern in Sachsen muss endlich geschlossen und echte Entgeltgleichheit hergestellt werden. Bei gleichen individuellen Merkmalen, d.h. bei gleichen Berufen, Qualifikationen und Erwerbsbiografien verdienen Frauen in Sachsen fast 10 Prozent weniger als Männer. Das ist eine direkte Diskriminierung, die schleunigst beendet werden muss. Es reicht nicht, zum Equal Pay Day am 27.02.2026 Krokodilstränen zu weinen und das Thema dann für ein Jahr wieder in der Schublade verschwinden zu lassen. Jetzt muss gehandelt werden“, sagte die Vorsitzende des DGB Sachsen, Daniela Kolbe. 

Wesentliche Hebel zur Herstellung von Entgeltgleichheit sieht Kolbe in der Stärkung der Tarifbindung und der Mitbestimmung. 

„Tarifverträge sorgen nicht nur für höhere Löhne, sondern schützen auch vor Unterschieden in der Bezahlung nach Geschlecht. Betriebs- und Personalräte achten auf die richtige Eingruppierung nach Qualifikation und sind somit wichtige Player bei der Durchsetzung von Entgeltgleichheit im Betrieb und in der Verwaltung. Umso wichtiger ist es, die Kolleginnen und Kollegen bei den Betriebsratswahlen und den Personalratswahlen vom 1. März bis 30. Mai 2026 mit einer hohen Wahlbeteiligung zu stärken.“, so Kolbe.

Kolbe sieht aber auch die Sächsische Staatsregierung in der Pflicht, nun schnell das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ umzusetzen. „Die Staatsregierung muss für die Herstellung der Entgeltgleichheit in die Offensive gehen und sich konkret für die Stärkung der Tarifbindung und Mitbestimmung, die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Förderung von Frauen in Führungspositionen stark machen“, so Kolbe. 

„Auf Bundesebene muss dringend die Entgelttransparenzrichtlinie umgesetzt werden. Sie ist ein wesentliches Instrument für mehr Transparenz im Betrieb und in den Verwaltungen“, sagte Kolbe.

Weiter warnte Kolbe davor, die im Vergleich zu Westdeutschland geringere Lohnlücke über alle Branchen und Berufe hinweg zu feiern. „Diese geringere Lohnlücke über alle Branchen hinweg ist durch die niedrigen Löhne der Männer in Sachsen erkauft. Während die durchschnittlichen Tagesentgelte von Frauen in Sachsen um 15,34 Euro unter denen von Frauen in Westdeutschland liegen, hinken die Tagesentgelte der Männer in Sachsen mit 34,41 Euro noch viel stärker denen der Männer in Westdeutschland hinterher. Das kann nicht der Weg zur Herstellung der Entgeltgleichheit sein“, sagte Kolbe.

Das Ziel der Gewerkschaften sei laut Kolbe „gleiches Geld für gleiche Arbeit“. Das gelte sowohl zwischen Frauen und Männern als auch zwischen Ost und West. 

Hintergrund:

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat gestern aktuelle Daten für 2024 zum unbereinigten und zum bereinigten Gender Pay Gap für Sachsen sowie für die Städte und Landkreise in Sachsen veröffentlicht.

Eine vom DGB Sachsen erarbeitete Kurzinformation zur Entgeltlücke in Sachsen sowie den Städten und Landkreisen finden Sie in der Anlage und hier: Entgeltgleichheit: Lohnlücke endlich schließen | DGB Sachsen

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