Der sächsische DGB-Vorsitzende Markus Schlimbach hat den Vorstoß von Ministerpräsident Michael Kretschmer zur Reform des Arbeitszeitgesetzes scharf zurückgewiesen: „Natürlich ist es ein Angriff auf Arbeitnehmerrechte, wenn Michael Kretschmer einer Reform des Arbeitszeitgesetzes das Wort redet. Unter dem Deckmantel der Flexibilität sollen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine tägliche Höchstarbeitszeit von 12 bis 13 Stunden verordnet bekommen. Das schadet nicht nur der Gesundheit und dem Arbeitsschutz, sondern auch der Arbeitsproduktivität", sagte Schlimbach. "Was hier als Modernisierung verkauft wird, ist nichts anderes als die Rückkehr zu Arbeitsbedingungen aus Kaisers Zeiten."
Die stellvertretende Vorsitzende des DGB Sachsen Daniela Kolbe ergänzte: „Die Reform des Arbeitszeitgesetzes als wichtig für den Standort Ostdeutschland zu bezeichnen und als Mittel gegen die Krise anzupreisen, ist unverfroren. Eine längere Arbeitszeit hat dem Osten auch bisher nichts gebracht. Die Betriebe leiden unter Auftragsmangel und hohen Energiekosten. Da bleibt es schleierhaft, was eine längere Arbeitszeit bringen soll. Gerade in Betrieben mit Tarifvertrag und starker Arbeitnehmervertretung zeigt sich täglich, dass Flexibilität nicht bloß eine Worthülse ist, sondern in der Praxis gelebt wird. Da würde ich mir von Michael Kretschmer mehr Einsatz für die Nutzung von Tarifverträgen und starken Betriebsräten wünschen."