Am morgigen Workers Memorial Day gedenken wir Gewerkschaften weltweit der Beschäftigten, die arbeitsbedingt erkrankt oder zu Tode gekommen sind.
„Die Sicherheit am Arbeitsplatz muss immer Vorrang haben. Allen muss bewusst sein, dass es hier um Menschen und ihren Schutz vor dauerhaften Schädigungen geht. Arbeit darf nicht krank machen und nicht tödlich sein. Jeder Arbeitsunfall ist einer zu viel und muss verhindert werden. Die Beschäftigten müssen vor Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten geschützt werden. Dafür sind hohe Standards beim Arbeits- und Gesundheitsschutz notwendig. Hier darf nicht auf Kosten der Gesundheit der Beschäftigten gespart werden“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des DGB Sachsen Ralf Hron.
Laut neuester vorliegender Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherungen (DGUV) für die Bundesländer, habe es im Jahr 2024 in Sachsen 38.094 meldepflichtige Arbeitsunfälle (2023: 35.890) und 9.238 meldepflichtige Wegeunfälle (2023: 10.352) gegeben. Darunter 10 tödliche Arbeitsunfälle (2023: 16) und 14 tödliche Wegeunfälle (2023: 17).
Mit Blick auf die politischen Diskussionen um die Abschaffung des 8-Stunden-Tages und die Forderung nach längeren Arbeitszeiten, sagte Hron: „Hände weg vom Arbeitszeitgesetz! Lange Arbeitszeiten und Überstunden sind Gift für die Gesundheit der Beschäftigten und erhöhen die Gefahr von Arbeitsunfällen. In vielen Bereichen ist die Arbeitsbelastung schon jetzt sehr hoch. Statt Arbeitszeiten weiter auszuweiten, müssen ausufernde Überstunden verhindert und die Arbeitsverdichtung abgebaut werden“.
Hron betonte die wichtige Rolle von Betriebs- und Personalräten beim Arbeits- und Gesundheitsschutz in den Betrieben und Verwaltungen. „Betriebs- und Personalräte bestimmen vor Ort über Strategien und Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten mit und überwachen die Umsetzung. Die Beschäftigten rufen wir dazu auf, sich an den aktuell laufenden Betriebsrats- und Personalratswahlen in Sachsen zu beteiligen“, sagte Hron.
Mit Blick auf die Haushaltsverhandlungen in Sachsen forderte Hron, den Arbeitsschutz in Sachsen weiter zu stärken. „Es ist wichtig, dass bei der Einhaltung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes genau hingesehen wird. Dafür ist eine gute personelle Ausstattung der staatlichen Kontrollbehörden notwendig, um Druck auf die Unternehmen auszuüben, die den Arbeitsschutz nicht ernst genug nehmen“, sagte Hron abschließend.
Zum morgigen Workers Memorial Day, am 28.04.2026, laden IG BAU, DGB und Arbeit und Leben Sachsen e.V. ab 17:00 Uhr zu einem ökumenischen Gedenkgottesdienst in der Leipziger Thomaskirche (Thomaskirchhof 18) ein. Mit dabei sind Bernd Günther, ehemaliger Bezirksvorsitzender IG BAU BZV Nord-West-Sachsen Leipzig, Christian Wolff Pfarrer i. R. Thomaskirche zu Leipzig, Frank Tollert Vizepräsident AG HWK zu Leipzig. Um 18:00 Uhr findet eine Kranzniederlegung für die vier tödlich verunglückten Bauarbeiter beim Umbau des Leipziger Hbf. statt. Ort: Bürgermeister-Müller-Park, Richard-Wagner-Str., 04109 Leipzig.
Datenquelle zu den Arbeits- und Wegeunfällen in Sachsen:
DGUV: Arbeits- und Wegeunfallgeschehen