Zu den heute von der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Daten zu ausländischen Beschäftigten in sächsischen Betrieben sagte der stellv. Vorsitzende des DGB Sachsen, Ralf Hron:
„In vielen Betrieben gehört die Beschäftigung von Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit bereits zur Normalität und das ist gut so. Sachsen braucht Beschäftigte aus dem Ausland und die Betriebe sind gut beraten, bei der Suche nach Fachkräften nicht länger auf den Pass zu schauen. Gleichzeitig muss aber auch die Gleichbehandlung aller Beschäftigten zur Normalität werden. Nach wie vor sind die Löhne ausländischer Beschäftigter in Sachsen deutlich niedriger als die der deutschen Beschäftigten. Wer auf eine nachhaltige Fachkräfteentwicklung in seinem Unternehmen setzt, muss ausländischen Beschäftigten echte Perspektiven bieten, statt sie nur als Lückenfüller einzusetzen.“
Als Beispiel nannte Hron die deutlich geringeren Löhne von Beschäftigten aus den Nachbarländern Tschechien und Polen in Sachsen. Im Vergleich zu deutschen Beschäftigten verdienen Beschäftigte aus Polen in Sachsen im Mittel 816 Euro weniger pro Monat, Beschäftigte aus Tschechien sogar 957 Euro weniger pro Monat. Noch immer arbeiten mehr als 61 Prozent der Beschäftigten aus Tschechien und mehr als 51 Prozent der Beschäftigten aus Polen in Sachsen im Niedriglohnbereich. Bei den deutschen Beschäftigten sind es rund 22 Prozent.
„Die Beschäftigten aus den Nachbarländern mit Niedriglöhnen abzuspeisen ist kurzsichtig und schadet langfristig dem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt. Hier muss mehr in die Zukunft gedacht werden und ein Mentalitätswandel bei den Unternehmen einsetzen“, forderte Hron.