Mit Tarifvertrag ist auch beim Urlaub mehr drin!

Datum

Ordnungsnummer 37

Zu den heute vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) veröffentlichten Daten sagte die sächsische DGB-Chefin Daniela Kolbe: 

„Tarifverträge bieten viele Vorteile: sichere Jobs, höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und auch beim Urlaub ist mit Tarifvertrag mehr drin! 73% der Beschäftigten in der Privatwirtschaft mit Tarifvertrag erhalten Urlaubsgeld. Ohne Tarifvertrag sind es nur 35%. Ein weiteres Beispiel dafür, dass Tarifverträge ganz konkret im Portemonnaie der Beschäftigten spürbar sind.“

Insgesamt würde bundesweit nicht mal jeder zweite Beschäftigte in der Privatwirtschaft Urlaubsgeld erhalten (44%). Im Osten sei es nur jeder dritte Beschäftigte (33%). 

„Der Ost-West-Unterschied lässt sich mit der geringeren Tarifbindung im Osten erklären. Sachsen liegt mit lediglich 42% der Beschäftigten mit Tarifbindung bundesweit an letzter Stelle. Hinzu kommt die kleinteilige Wirtschaftsstruktur in Sachsen. Während in großen Betrieben mit Tarifvertrag das Urlaubsgeld häufig selbstverständlich dazugehört, muss es in kleinen Betrieben von den Beschäftigten erkämpft werden“, so Kolbe. 

Auch bei der Anzahl der Urlaubstage wirken sich Tarifverträge aus. „Neben dem Urlaubsgeld bringen Tarifverträge zusätzliche Urlaubstage. Der gesetzliche Anspruch liegt bei der gängigen 5-Tage-Woche bei 20 Tagen. In Tarifverträgen sind hingegen 30 Urlaubstage üblich. Die Beschäftigten in Sachsen rufe ich auf, sich noch stärker mit den Gewerkschaften für Tarifverträge stark zu machen“, so Kolbe. 

An die Unternehmen gerichtet forderte Kolbe, sich nicht länger Tarifverträgen zu verweigern. „Die Zukunft der Unternehmen steht und fällt mit gut ausgebildeten Fachkräften. Wer jetzt nicht für gute Löhne und Arbeitsbedingungen sorgt, sägt am eigenen Ast. Es ist bekannt, dass die Beschäftigten zunehmend mit den Füßen abstimmen und in Bundesländer pendeln, wo ihnen mehr geboten wird“, so Kolbe.

Aber auch die Politik in Sachsen müsse endlich ihre Hausaufgaben machen und die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Stärkung der Tarifbindung schaffen: „Die Modernisierung des Vergabegesetztes ist überfällig und auch bei Investitionen muss die Tariftreue sichergestellt werden. Noch immer werden in Sachsen Unternehmen ohne Tarifvertrag mit öffentlichen Geldern finanziert. Dieser unfaire Wettbewerb bei der Vergabe von Mitteln auf dem Rücken der Beschäftigten und der Unternehmen mit Tarifvertrag muss beendet werden.“

Hintergrund: 
Die Daten wurden der aktuellen Auswertung des WSI-Tarifarchivs „Nur 44 Prozent der Beschäftigten in der Privatwirtschaft erhalten Urlaubsgeld – mit Tarifvertrag steigt der Anteil auf 73 Prozent“ entnommen. Diese finden Sie hier: https://www.boeckler.de/data/pm_ta_2026_06_16.pdf

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