Sachsen-Monitor: Sorge um Arbeitsplatz, Rente und soziale Sicherheit nimmt in Sachsen zu
Zu den heute durch die Sächsische Staatskanzlei vorgestellten Ergebnissen des Sachsen-Monitor sagte die sächsische DGB-Chefin Daniela Kolbe:
„Die Sorge der Menschen in Sachsen um ihren Arbeitsplatz, ihre Rente und die soziale Sicherheit haben zugenommen. Hier spiegeln sich die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt, der Beschäftigungsabbau vor allem in der Industrie und die unsozialen Kürzungsvorschläge der Bundesregierung wider. Wenn 72 Prozent der Befragten Sorge haben, dass ihre Rente nicht zum Leben reicht, zeigt das den dringenden Handlungsbedarf für eine gerechte Rentenreform, die zukunftsfest ist“, sagte die Vorsitzende des DGB Sachsen Daniela Kolbe.
Kolbe betonte, dass nicht ständig alles schlecht geredet werden dürfe. Notwendig sei jetzt ein handlungsfähiger Staat, der die Zukunft gerechter gestaltet und Sicherheit bietet. „Die eigene wirtschaftliche Lage wird von den Menschen häufig als gar nicht so schlecht eingeschätzt. Sie sehen aber die steigenden Lebenshaltungskosten, die multiplen Krisen, den demografischen Wandel oder die Veränderungen in der Arbeitswelt und sorgen sich um die Zukunft. Dem muss mit konkretem Handeln begegnet werden“, sagte Kolbe.
Kontraproduktiv sei es laut Kolbe am Sozialstaat zu kürzen. „Der Wandel nimmt ohne Zweifel an Fahrt auf und ist in allen Lebens- und Arbeitsbereichen spürbar. Die Menschen brauchen jetzt mehr und nicht weniger Sicherheit. Durch einen starken Sozialstaat, aber auch durch proaktives Handeln aller Akteure. Wenn beispielsweise nur 31 Prozent der Befragten einschätzen, gut auf Veränderungen der Arbeitswelt vorbereitet zu sein, ist das deutlich zu wenig. Hier gilt es, die Beschäftigten, die Auszubildenden und die Arbeitsuchenden zu unterstützen und fit für die Zukunft zu machen“, so Kolbe.
Abschließend sagte Kolbe, dass die Unterschiede in den Einschätzungen aufgrund des Einkommens, der Bildung oder des Erwerbsstatus der Befragten stärker beachtet werden müssten. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Gruppen abgehängt werden und sich die soziale Ungerechtigkeit verfestigt. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und mehr Aus- und Weiterbildung sind wichtige Hebel, damit Menschen nicht ohne Bildungsabschlüsse in Niedriglohnjobs ohne Perspektive oder in der Langzeitarbeitslosigkeit landen“, so Kolbe.