Sexualisierte Belästigung am Arbeitsplatz: DGB Sachsen fragt nach.
Der DGB Sachsen hat heute eine landesweite Befragung zur sexualisierten Belästigung am Arbeitsplatz gestartet. Die Befragung richtet sich an Beschäftigte in Sachsen und läuft vom 8. Oktober bis zum 31. Dezember 2026. Die Ergebnisse werden zum Internationalen Frauentag am 8. März 2027 veröffentlicht.
„Sexualisierte Belästigung am Arbeitsplatz ist leider kein Randphänomen und kommt in allen Branchen vor. Häufig bleibt sie aber aufgrund von Scham, Verunsicherung oder der Sorge vor Konsequenzen unsichtbar. Um die konkreten Formen sexualisierter Belästigung am Arbeitsplatz und Ansatzpunkte zur effektiveren Bekämpfung sichtbar zu machen, rufen wir die Beschäftigten in Sachsen auf, ihre Erfahrungen bei unserer Befragung einzubringen“, sagte die sächsische DGB-Chefin Daniela Kolbe.
Eine bundesweite Studie des Bündnisses gegen Sexismus zeige den hohen Handlungsbedarf: 63 Prozent der Erwerbstätigen hätten im Laufe ihres Berufslebens Sexismus am Arbeitsplatz erlebt. Bei Frauen seien es 70 Prozent. Auch sexuelle Belästigung und Übergriffe seien weit verbreitet. Gleichzeitig würden Vorfälle nur selten gemeldet.
„Sexualisierte Belästigung am Arbeitsplatz ist kein individuelles Problem und schon gar kein Kavaliersdelikt. Arbeitgeber tragen Verantwortung für sichere Arbeitsplätze. Dazu gehören klare Regeln, Prävention, bekannte Ansprechstellen und ein wirksamer Schutz vor Benachteiligung. Betriebs- und Personalräte sind dabei wichtige Partner“, sagte Kolbe
Die DGB-Befragung fragt deshalb nicht nur danach, was Beschäftigte erleben, sondern auch danach, wie Betriebe damit umgehen: Sind Ansprechpersonen bekannt? Gibt es Informationen und Präventionsangebote? Wird das Thema im Arbeitsschutz berücksichtigt? Welche Rolle spielen Betriebs- und Personalräte? Und was passiert, wenn Beschäftigte einen Vorfall melden?
„Wir wollen wissen, wo Schutz funktioniert und wo Beschäftigte allein gelassen werden. Aus den Erfahrungen der Beschäftigten wollen wir konkrete Forderungen für besseren Arbeitsschutz, mehr Prävention und wirksame Mitbestimmung ableiten. Denn ein sicherer Arbeitsplatz ist kein Nice-to-have, sondern ein Recht“, so Kolbe.
Unter dem folgenden Link geht es zur Befragung: https://survey.lamapoll.de/DGB_Sachsen_Sexualisierte-Belaestigung-am-Arbeitsplatz