Nach intensiven Verhandlungen haben sich die Tarifparteien in der Tarifrunde der Länder (TV-L) Mitte Februar 2026 auf eine Einigung verständigt, die Verbesserungen für die Beschäftigten vorsieht.
Für den DGB Sachsen ist klar: Nun müssen die Vorbereitungen getroffen werden, damit die Tarifeinigung auch auf die Beamtinnen und Beamten in Sachsen zeit- und wirkungsgleich übertragen wird.
Der Vizevorsitzende des DGB Sachsen, Ralf Hron, sagte heute in Dresden: „Das Prinzip ‚Besoldung folgt Tarif‘ hat sich bewährt und muss nun zügig umgesetzt werden. Wir nehmen den Finanzminister beim Wort und stehen für die angekündigten Beratungen zur Übertragung des Tarifergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten zur Verfügung. Wir gehen davon aus, dass die Tariferhöhungen auf den Beamtenbereich übertragen werden und zwar vollständig und ohne zeitliche Verzögerungen. Damit würde der Freistaat Sachsen an die bisherige gute Praxis der letzten Jahre anknüpfen.“
Der sächsische Finanzminister Christian Piwarz hatte am Verhandlungstisch bei den Tarifverhandlungen in Potsdam für die Arbeitgeberseite gesessen und jüngst den Tarifabschluss als „tragbaren Kompromiss“ bezeichnet sowie erklärt, dass die Übertragung auf die Beamtinnen und Beamte in den nächsten Wochen beraten werden wird. Der DGB Sachsen wendet sich dazu an Herrn Staatsminister Christian Piwarz.
Im Hinblick auf die laufende Besoldungsstrukturreform, also der Modernisierung der Beamtenbezahlung, erklärt Ralf Hron: „Ohne die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des aktuellen Tarifabschlusses funktioniert die geplante Besoldungsstrukturreform nicht. Es bestünde die ernsthafte Gefahr, dass das Bundesverfassungsgericht die Reform deswegen wieder einkassiert. Wir sagen daher: Erst die Tariferhöhungen schnell übertragen und dann an der Reform sorgfältig weiterarbeiten. Sonst wird das Pferd von hinten aufgezäumt.“
Der DGB Sachsen unterstützt die Forderungen der ÖD-Gewerkschaften: Auch die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), die Gewerkschaft der Polizei (GdP), die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie (IG BCE) setzen sich für eine zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf ihre Beamtinnen und Beamten ein.
Hintergrund:
Die in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) zusammengeschlossene Arbeitgeberseite und die Gewerkschaften haben sich nach Streiks und mehrwöchigen Verhandlungen am 14. Februar auf ein Tarifergebnis verständigt. Zum 1. April 2026 werden die Entgelte um 2,8 Prozent, aber mindestens um 100 Euro angehoben, zum 1. März 2027 erfolgt eine Anhebung um weitere 2,0 Prozent und der letzte Erhöhungsschritt von 1,0 Prozent folgt am 1. Januar 2028.
Der DGB Sachsen vertritt als gewerkschaftliche Spitzenorganisation Beamtinnen und Beamte im Landesdienst, die in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Gewerkschaft der Polizei (GdP), der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, der Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie sowie der Industriegewerkschaft IG BAU organisiert sind und setzt sich gegenüber dem Freistaat Sachsen für eine gute Besoldung und Versorgung sowie Mitbestimmung im öffentlichen Dienst ein.