Teilzeit hat Gründe und ist keine Lifestyle-Entscheidung.

Statt Beschäftigte zu beschimpfen, jetzt die Bedingungen für Beschäftigte verbessern!

Datum

Ordnungsnummer 07

Zu den Forderungen des CDU-Wirtschaftsflügels, den Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit abzuschaffen, sagte die sächsische DGB-Chefin Daniela Kolbe heute in Dresden:

„Der Vorstoß des CDU-Wirtschaftsflügels, den Rechtsanspruch auf Teilzeit abzuschaffen, ist ein Frontalangriff auf die Beschäftigten. Hier wird wieder das falsche Bild von den faulen Beschäftigten gemalt. Mit der Realität hat das nichts zu tun. Teilzeit ist mit Nichten eine Lifestyle Entscheidung, sondern hat Gründe. 

Häufig handelt es sich bei Teilzeit um erzwungene Teilzeit. Im Einzelhandel, wo die Beschäftigten nur Teilzeitverträge bekommen, sollten wir besser über ein Recht auf Vollzeit diskutieren. Im Gesundheitswesen und der Pflege, wo die Beschäftigten wegen der Arbeitsbelastung Vollzeit häufig gar nicht durchhalten können, brauchen wir deutliche Entlastungen. Häufig handelt es sich bei Teilzeitbeschäftigung um Frauen, die einen Großteil der Sorgearbeit übernehmen. 

Wenn Wirtschaft und Politik mehr Vollzeit wollen, müssen sie die Bedingungen für die Beschäftigten verbessern. Die Instrumente sind bekannt: Entlastung der Beschäftigten durch bessere Personalschlüssel und weniger Arbeitsverdichtung, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch familienfreundliche Arbeitszeiten und den Ausbau der Betreuungsstrukturen.“

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