Teilzeit hat Gründe. Wer mehr Vollzeit will, muss Bedingungen für Beschäftigte verbessern!

Datum

Ordnungsnummer 33

Zu den heute vom Statistischen Landesamt Sachsen veröffentlichten Daten zur Teilzeitarbeit sagte die Sächsische DGB-Chefin Daniela Kolbe in Dresden:

„Die Zahl der Beschäftigten in Teilzeit steigt. Und das hat Gründe. Häufig handelt es sich bei Teilzeitbeschäftigung um Frauen, die einen Großteil der Sorgearbeit übernehmen. Außerdem ist in bestimmten Branchen erzwungene Teilzeit an der Tagesordnung: Im Einzelhandel bekommen Beschäftigte oft nur Teilzeitverträge, auch wenn sie Vollzeit arbeiten wollen. Im Gesundheitswesen und der Pflege, wo die Beschäftigten wegen der Arbeitsbelastung Vollzeit häufig gar nicht durchhalten können, brauchen wir deutliche Entlastungen. Statt jetzt wieder auf die Beschäftigten einzuhacken, wäre die Politik gut beraten, die Bedingungen für Beschäftigte zu verbessern.“

Kolbe warnte davor, nun wieder das falsche Bild von den faulen Beschäftigten aus der Schublade zu holen. Das habe mit der Realität nichts zu tun. 

„Wenn Wirtschaft und Politik mehr Vollzeit wollen, müssen sie endlich handeln. Bei den Arbeitsbedingungen ist in Sachsen noch immer Luft nach oben. Die Instrumente sind bekannt: Entlastung der Beschäftigten durch bessere Personalschlüssel und weniger Arbeitsverdichtung, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch familienfreundliche Arbeitszeiten und den Ausbau der Betreuungsstrukturen.“

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