Verdienste in Sachsen: Mit Tarifbindung deutlich mehr Geld in der Tasche

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Ordnungsnummer 34

Zu den heute vom Statistischen Landesamt veröffentlichten Daten zu den Bruttoverdiensten in Sachsen sagte die sächsische DGB-Chefin Daniela Kolbe:

„Tarifverträge wirken. Das zeigen die heute veröffentlichten Daten zu den Verdiensten in Sachsen sehr deutlich. Mit Tarifvertrag haben Beschäftigte in Sachsen durchschnittlich 11.719 Euro im Jahr mehr auf dem Lohnzettel. Beim Medianlohn sind es durchschnittlich sogar rund 14.452 Euro jährlich mehr als ohne Tarifvertrag. Ein Fingerzeig ist auch der enorme Unterschied bei den Frauen. Frauen in Unternehmen mit Tarifvertrag verdienen durchschnittlich 15.485 Euro bzw. beim Medianlohn durchschnittlich 17. 267 Euro mehr im Jahr als Frauen in Unternehmen ohne Tarifvertrag. Das zeigt erneut: Tarifverträge sind ein enorm wichtiges Instrument zur Herstellung von Entgeltgleichheit in Sachsen.“

Die Sächsische Staatsregierung forderte Kolbe auf, für mehr Tarifbindung in die Offensive zu gehen. Sachsen liege laut Daten des Statistischen Landesamtes Sachsen bei der Tarifbindung auf dem letzten Platz. Lediglich 42 Prozent der Beschäftigten arbeiten in Unternehmen mit Tarifbindung. Es sei überfällig, alle zur Verfügung stehende Instrumente zu nutzen. Sowohl bei der Vergabe von Aufträgen als auch bei der Vergabe von Fördermitteln müsse ein Tarifvertrag Pflicht sein.

„Wenn in Sachsen öffentliche Gelder vergeben werden, gehen sie in der Regel an den billigsten Bieter. Dieser Wettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten und der tarifgebundenen Unternehmen muss endlich beendet werden. Es ist überfällig, die Vergabe öffentlicher Gelder an die Tarifbindung zu knüpfen. Gleiches gilt bei der Ansiedlung und Förderung von Unternehmen, die öffentliche Gelder erhalten. Das ist auch im Sinne der Allgemeinheit. Durch die Tarifflucht in Sachsen gehen den Sozialversicherungen und dem Fiskus enorme Einnahmen verloren. Es kann nicht sein, dass wir alle die Billiglöhne der Unternehmen finanzieren“, sagte Kolbe.

Die Beschäftigten forderte Kolbe auf, sich zusammen zu schließen und mit den Gewerkschaften in ihren Betrieben für die Tarifbindung zu kämpfen. „Wer mutig ist, kann sich ein fünfstelliges jährliches Lohnplus erkämpfen. Tarifbindung ist auch etwas für kleinere Unternehmen und wir Gewerkschaften freuen uns über Belegschaften, die diesen Weg gemeinsam mit uns gehen wollen.“

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