zum 130. Geburtstag von Maria Grollmuß am 24. April 1896

Leipzig-Nordsachsen

22.04.2026 von 18:00 - 20:00

Volkshaus Leipzig, K.-Liebknecht-Str. 30, 5. Etage Erich-Schilling-Saal, 04107 Leipzig

Bereits 1925 veröffentlichte sie ihre Schrift „Die Frau und die junge Demokratie“. Sie betonte die besondere Eignung der Frauen für Politik, sich gleichermaßen auf die große Mystikerin Katharina von Siena wie auf die Sozialistin Rosa Luxemburg berufend. Spezifisch weibliche Tätigkeitsbereiche lehnte sie ab. Ihr Entwurf einer gemeinschaftsorientierten, toleranten und demokratischen Gesellschaf bedurfte der gleichberechtigten Mitwirkung von Frauen, Arbeiterschaft und Jugend.

1933 zog sie sich nach Radibor in ihr Elternhaus zurück. Hinter dem scheinbaren Rückzug ins Idyll verbarg sich lebensgefährliche illegale Arbeit. So übernahm sie Kurierdienste zu Emigranten der Zentrumsführung und der SPD-Exilorganisation in Prag, unterstützte notleidende Familien von Regimegegnern und leistete Fluchthilfe.

Schon 1934 wurde sie denunziert, verhaftet, wegen Hochverrats verurteilt. Im Januar 1941 wurde die „Politische Nr. 5346“ in das KZ Ravensbrück überführt. Sie widerstand Abwerbeversuchen der Nationalsozialisten, die ihr für Spitzeldienste eine Operation ihrer Krebserkrankung versprachen. Am 6. August 1944 starb sie in Ravenbrück nach einer viel zu spät und unter unzumutbaren Bedingungen durchgeführte Tumoroperation.

Dr. Birgit Sack

 Autorin des Buches „Eine bekannte Unbekannte“ über Maria Grollmuß  und Leiterin der Gedenkstätte Münchner Platz Dresden 

Franziska Deutschmann

 Vorständin der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. 

nähern sich in unserer Veranstaltung über Zitate und Erkundungen der außergewöhnlichen Persönlichkeit von Maria Grollmuß.

Anmeldung bis 17. April 2026 erbeten: Leipzig-Nordsachsen@DGB.de