Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 62 - 21.07.2023

Von Lohngerechtigkeit kann keine Rede sein. Kreis Görlitz und Erzgebirgskreis bundesweit Schlusslicht bei Entgelten

Wie die gestern von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Daten der monatlichen Medianlöhne von Vollzeitbeschäftigten zeigen, gibt es erheblichen Handlungsbedarf, um den Lohnrückstand Sachsens aufzuholen.

„Auch wenn der Medianlohn in Sachsen gegenüber 2021 um 155 Euro gestiegen ist und damit stärker als insgesamt in Deutschland, ist das kein Grund zum Jubeln. Der Medianlohn in Sachsen hinkt dem in Westdeutschland noch immer um 740 Euro monatlich hinterher. Das ist durch nichts zu rechtfertigen“, sagte der Vorsitzende des DGB Sachsen Markus Schlimbach.

Nicht mal den Medianlohn in Ostdeutschland erreiche Sachsen. Und auch im Vergleich der Regionen gäbe Sachsen kein gutes Bild ab. Der Landkreis Görlitz läge bundesweit beim Medianlohn an letzter Stelle. Vorletzter sei der Erzgebirgskreis. Und der Unterschied zu anderen Regionen sei enorm.

„Wenn in Görlitz und im Erzgebirge Beschäftigte zwei Vollzeitstellen haben müssten, um auf den mittleren Lohn einer Vollzeitstelle in Ingolstadt zu kommen, dann kann von Lohngerechtigkeit keine Rede sein“, sagte Schlimbach.

Die Staatsregierung müsse nun endlich tätig werden und die notwendigen Leitplanken für höhere Löhne schaffen. „Mit Niedriglöhnen sind Fachkräfte weder zu halten noch zu gewinnen. Niedrige Löhne sind kein gutes Markenzeichen“, so Schlimbach.

Der Niedriglohnbereich müsse endlich zurückgedrängt werden. Beim Anteil der im Niedriglohnbereich Beschäftigten hätten Görlitz und das Erzgebirge mit 37,4% bundesweit den unrühmlichen Spitzenplatz inne. In Wolfsburg liege der Anteil nur bei 5,6%.

„Wir müssen in Sachsen endlich aus dieser Billiglohn-Nummer rauskommen. Sonntagsreden über die Wichtigkeit von Tarifverträgen und die vermeintlich hohe Attraktivität Sachsens für Fachkräfte aus dem In- und Ausland nerven, wenn sie mit der Realität und dem Handeln nichts zu tun haben. Gute Löhne gibt es nur mit Tarifverträgen und die müssen in Sachsen endlich zur Normalität werden“, so Schlimbach.

Schlimbach forderte die CDU-Sachsen auf, ihre Blockadehaltung beim Vergabegesetz zu beenden und endlich dafür zu sorgen, dass öffentliche Mittel nur noch an Unternehmen mit Tarifvertrag gehen.

„Wer die Attraktivität Sachsens für Beschäftigte aus dem In- und Ausland verbessern will, der muss jetzt handeln und Sachsen zum Land der guten Löhne machen. Eine Tariftreueregelung im Vergabegesetz ist dafür ein wesentliches Instrument“, sagte Schlimbach.

Hintergrund:

Die Bundesagentur für Arbeit hat am 20.07.2023 aktuelle Daten zu den Bruttoentgelten in den Bundesländern, Städten und Kreisen veröffentlicht.

In einer Kurzinformation hat der DGB Sachsen die wesentlichen Daten zusammengefasst und konkrete Forderungen für mehr Lohngerechtigkeit abgeleitet.

Die Kurzinformation steht hier zur Verfügung: Kurzinformation #aktuell - Löhne in Sachsen: Tarifbindung jetzt stärken!


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Anna Bernstorf
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